verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Privatnutzung des Firmenwagens – 1-%-Regelung verfassungsgemäß

06.11.2011

Schade, schade, schade, leider ist ein Arbeitnehmer vor dem niedersächsischen Finanzgericht gescheitert. Er war als Geschäftsführer einer GmbH tätig und hatte ein geleastes Gebrauchtfahrzeug. Der Neuwagenlistenpreis betrug 81.400 €, der Gebrauchtwagenwert betrug allerdings lediglich knapp 32.000 €.  
Da der Geschäftsführer das Fahrzeug auch privat nutzen durfte, stellte das Finanzamt ihm 1 % des Neuwagenlistenpreises pro Monat in Rechnung. Er musste also jeden Monat 814 € für die Privatnutzung versteuern.

Der Geschäftsführer war der Auffassung, dass diese Regelung nicht verfassungsgemäß ist. Es gibt so gut wie keinen Neuwagen mehr, der ohne einen Rabatt verkauft wird.

Leider hat er damit jedoch zu Lasten aller Arbeitnehmer vor dem niedersächsischen Finanzgericht verloren (Urteil vom 14.09.2011, Az.: 9 K 394/10). Ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz liegt nach dem Gericht nicht vor. Der Gesetzgeber sei nicht gehalten, Rabatte bei der Bestimmung der Bemessungsgrundlage zu berücksichtigen.

Zudem kann letztendlich jeder Arbeitnehmer anstelle der 1-%-Regelung auf ein Fahrtenbuch zurückgreifen und die exakte Privatnutzung errechnen lassen.

Aber einmal ehrlich: Wer hat schon Lust, ein Fahrtenbuch zu führen? In der Praxis bleibt doch letztendlich häufig wirklich nur die 1-%-Methode übrig. Und der Geschäftsführer fährt hier ein Wagen im Wert von 32.000 € und muss anstelle von monatlich 320 € tatsächlich 814 € zusätzlich versteuern. Ist das gerecht?

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Ein Arbeitszimmer kann steuerlich abgesetzt werden. Diese Absetzbarkeit ist allerdings erheblich eingeschränkt. Doch was passiert eigentlich, wenn aus dem häuslichen Arbeitszimmer ein behördliches Dienstzimmer wird? Sie denken,...

| 21. Juni 2016

Was in Ihrem Arbeitsvertrag gilt, das müssen Sie und Ihr Arbeitgeber erfüllen. So ist es in der Regel. Aber es gibt so genannte Ausschlussfristen. Die stehen entweder im Arbeitsvertrag, in einem Tarifvertrag oder auch in einer...

| 14. August 2009

Whistleblower verpfeifen ihren Arbeitgeber. Sie haben den Mut, auf Missstände im Betrieb aufmerksam zu machen und gegebenenfalls sogar die Presse einzuschalten oder eine Strafanzeige gegen ihren Arbeitgeber zu stellen.  

| 1. September 2011
© 2015, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG