verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Arbeitgeberdarlehen – was ist das eigentlich?

07.08.2011

Auch das kommt in der Praxis immer wieder vor: Ein Arbeitgeber leiht seinem Arbeitnehmer Geld. Grundsätzlich handelt es sich bei einem Arbeitgeberdarlehen um ein ganz normales Darlehen. Schwierig wird es eben dann, wenn es unter Bezugnahme und mit Rücksicht auf das Arbeitsverhältnis gegeben wird. Denn überlässt Ihr Arbeitgeber Ihnen das Darlehen zu günstigeren als im Markt üblichen Konditionen und ohne Sicherheiten, ist das schon etwas Besonderes.  
Beide Parteien sollten möglichst einen schriftlichen Vertrag abschließen, in dem die Höhe des Darlehens, die Verzinsung, die Rückzahlungsmodalitäten und die Kündigungsvoraussetzungen geregelt sind. Das ist schon aus Beweis- und aus steuerlichen Gründen immer vorteilhaft.

Dabei sollten Sie aufpassen: Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen ein Kredit mit dem Zweck gibt, für firmeneigene Produkte zu werben. § 107 Abs. 2 Gewerbeordnung verbietet nämlich genau das. Arbeitgeber dürfen Arbeitnehmern Waren nicht auf Kredit überlassen.

Achtung: Teilzeitbeschäftigte dürfen keine ungünstigeren Darlehensbedingungen erhalten als Vollzeitbeschäftigte. Das folgt aus dem Diskriminierungsverbot.

Grundsätzlich wird der Darlehensvertrag nicht beendet, wenn der Arbeitsvertrag beendet wird. Dies bedeutet, dass der Arbeitgeber das Darlehen in diesem Fall nicht vorzeitig zurückfordern kann.

Wichtig: Falls Sie ein verbilligtes Darlehen mit geringen Zinssätzen mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, kann dieses zu einer Steuerpflicht führen! Wenn der Vorteil zusammen mit anderen Sachbezügen die Freigrenze von 44 € pro Monat überschreitet, können Sie ein Problem bekommen! Das gilt jedoch nicht bei Darlehen, die unter einem Betrag von 2.600 € liegen. Solche Darlehen können Sie jederzeit lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei von Ihrem Arbeitgeber erhalten.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Was gibt es bei Auszubildenden zu berücksichtigen? Lohnsteuerrechtlich und sozialversicherungsrechtlich sind sie wie normale Arbeitnehmer zu behandeln. Azubi und Arbeitgeber tragen jeweils die Hälfte der Beiträge zur...

| 22. März 2010

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Hier habe ich wieder einmal eine solche für Sie: „Ich habe einen auf 2 Jahre befristeten Arbeitsvertrag mit einer 3-monatigen Probezeit. Jetzt, kurz vor Ende der Probezeit, bekomme ich...

| 13. Oktober 2009

Es können Fälle auftreten, in denen ein Arbeitnehmer nicht möchte, dass der Arbeitgeber seine Anschrift besitzt. Das kann vorkommen, wenn Streitigkeiten unter Kollegen zu befürchten sind oder der Arbeitnehmer schlicht und...

| 5. Februar 2011
© 2015, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG