verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Wiedereinstieg in Teilzeit nach Elternzeit

30.03.2010

Eine Arbeitnehmerin will nach der Elternzeit im Juli 2010 wieder zurück an ihren Arbeitsplatz. Sie möchte allerdings lediglich in Teilzeit arbeiten. Der Arbeitgeber hat sich noch nicht genau dazu geäußert, insbesondere will er sich nicht festlegen, wann der Arbeitsbeginn sein soll. Da im 3-Schicht-System gearbeitet wird, möchte die Arbeitnehmerin nun wissen, ob sie sich darauf verlassen kann, den Arbeitsplatz behalten zu können oder nicht.  
Grundsätzlich haben Sie einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, wenn bei dem Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sind. Dann können Sie, wenn Ihr Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestanden hat, eine Arbeitszeitverringerung verlangen.

Wichtig: Sie müssen die Verringerung und den Umfang spätestens 3 Monate vor dem Beginn geltend machen. Dabei sollen Sie auch die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.

Der Arbeitgeber hat mit Ihnen dann die Angelegenheit zu erörtern und Ihrem Wunsch zuzustimmen und Ihrer Verteilung entsprechend die Arbeitszeit festzulegen. Etwas anderes gilt nur, wenn betriebliche Gründe dem entgegenstehen. Das liegt insbesondere dann vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit, die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Die Entscheidung des Arbeitgebers muss Ihnen spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung schriftlich mitgeteilt werden. Liegt eine schriftliche Ablehnung innerhalb dieses Zeitraums nicht vor, verringert sich die Arbeitszeit in dem von Ihnen gewünschten Umfang.

Achtung:
Einen Anspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit haben Sie später nicht mehr. Ihr Arbeitgeber muss Sie allerdings bei der Besetzung eines entsprechend frei werdenden Arbeitsplatzes bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigen!

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Es gibt zwei Arten von Versetzung: die arbeitsvertragsrechtliche und die betriebsverfassungsrechtliche. Das ist der Unterschied bei einer Versetzung Bei der arbeitsvertragsrechtlichen Versetzung ändert sich Ihr Aufgabenbereich...

| 17. August 2009

Heute habe ich einen interessanten Anruf erhalten. Es handelte sich um eine Frau im Außendienst. Sie hat ein Firmenfahrzeug, das sie auch privat nutzen darf. Nun ist sie schwanger geworden und geht in Mutterschutz. Der...

| 9. November 2009

„Dringende Frage: Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich schwanger bin? Ich habe einen befristeten Vertrag, der Ende des Jahres ausläuft. Mir wurde jetzt schon zugesagt, dass der Vertrag verlängert wird. Das ist der erste...

| 2. November 2009
© 2015, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG