Wissen

10.08.2009

Vor diesen Benachteiligungen soll das AGG Sie schützen

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist nun schon seit mehr als zwei Jahren in Kraft. Es soll Sie als Bewerber vor unzulässiger Benachteiligung bewahren.

 

Vor diesen Fällen von Benachteiligung soll das AGG Sie schützen:

Grund für die Benachteiligung

Erläuterung

Beispiel

Rassevorurteile

Menschengruppe, die aufgrund bestimmter, als unabänderlich und angeboren empfundener Merkmale von Außenstehenden anders wahrgenommen wird

Menschen mit dunkler Hautfarbe

Ethnische Herkunft

Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, die durch gemeinsame Eigenschaften, wie z. B. Sprache, Kultur, Tradition, Religion oder Gebräuche verbunden sind

Roma, Sinti

Geschlecht

gilt für Frauen und Männer gleichermaßen

Religion oder Weltanschauung

jedes religiöse Bekenntnis; es ist nicht auf die Zugehörigkeit einer bestimmten Glaubensgemeinschaft beschränkt

Katholiken, Protestanten, Juden, Muslime, Buddhisten

Behinderung

Dieses Merkmal erfasst nicht nur die als schwerbehindert anerkannten Arbeitnehmer

Darunter kann auch jemand fallen, der lispelt oder stottert

Alter

Gemeint ist hier das biologische Lebensalter, nicht die Betriebszugehörigkeitszeit

Stellenausschreibung, in der nur Personen bis 30 Jahre gesucht werden (sofern kein Sachgrund dafür vorliegt)

Sexuelle Identität

Das Merkmal bezieht sich auf die sexuelle Ausrichtung

Hetero-, Homo-, Bi- oder Transsexualität

Checkliste und Übersicht: Rechtmäßigkeit befristeter Arbeitsverträge

Checkliste und Übersicht: Rechtmäßigkeit befristeter Arbeitsverträge

Bei befristeten Arbeitsverträgen begehen Arbeitgeber viele Fehler. Die Folge eines Fehlers ist in der Regel, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis begründet wurde.

€ 3,90


Die Benachteiligungen benennt das AGG dabei relativ konkret. Diese fünf Arten von Benachteiligung gibt es:

Arten der Benachteiligung

Beispiele

1. Unmittelbare Benachteiligung

Das Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, stellt eine Aushilfe nicht ein, weil sie Ausländer ist.

2. Mittelbare Benachteiligung

Es fordert von einem Arbeiter einen Sprachtest, obwohl er kein Deutsch können muss.

3. Belästigung

Fremden- oder frauenfeindliche Witze, Erniedrigungen, Entwürdigungen und Beleidigungen.

4. Sexuelle Belästigung

„Betatschen“, Aufhängen oder Zeigen pornografischer Darstellungen.

5. Anweisungen zur Benachteiligung

Ein Vorgesetzter weist einen seiner Arbeitnehmer an, eine der oben genannten benachteiligenden Handlungen vorzunehmen, also beispielsweise eine mittelbare oder unmittelbare Benachteiligung.

Wann Benachteiligungen sachlich gerechtfertigt sind

Allerdings gibt es auch Ausnahmen von der Regel - wenn das Unternehmen es sachlich rechtfertigen kann, Sie zu benachteiligen. Das kann z. B. der Fall sein, wenn

  • das Unternehmen durch die Maßnahme bestehende Benachteiligungen überwinden will (z. B. Frauen- oder Behindertenquote),
  • die Art der Beschäftigung ein bestimmtes Geschlecht erfordert (Verkauf von Dessous durch Frauen),
  • ein bestimmtes Herkunftsmerkmal nötig ist (Anstellung eines Türken bei einem türkischen Interessenverband),
  • die Einstellung eines körperlich behinderten Menschen aufgrund der Schwere der Arbeiten unmöglich ist oder
  • für einen katholischen Kindergarten eine katholische Erzieherin oder ein katholischer Erzieher eingestellt werden soll.

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