Jobben während der Krankheit? So gehen Sie rechtssicher dagegen vor
Meldet sich einer Ihrer Mitarbeiter krank, so müssen Sie ihm sein Gehalt nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) weiter zahlen. Dies gilt für die ersten 6 Wochen der Krankheit. Danach hat Ihr Mitarbeiter Anspruch auf Krankengeld gegenüber der Krankenkasse.
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Mitarbeiter krankfeiert oder die Zeit der Krankschreibung für andere Aktivitäten nutzt, so müssen Sie dies nicht dulden. In solchen Fällen kommt eine Abmahnung , eine ordentliche oder sogar eine außerordentliche Kündigung in Betracht, je nach Schwere des Verstoßes. Beachten Sie aber, dass Sie Ihren Verdacht mit Tatsachen belegen müssen. Können Sie beweisen, dass Ihr Mitarbeiter während der Krankschreibung gearbeitet hat, so ist eine ordentliche Kündigung möglich (BAG, Urteil vom 13.11.1979, Az. 6 AZR 934/77). Legt die Art der Tätigkeit und der Krankheit sogar den dringenden Verdacht nahe, die Krankheit sei nur vorgetäuscht, so können Sie außerordentlich kündigen. Wird durch die Tätigkeit lediglich der Heilungsprozess gefährdet, können Sie den Mitarbeiter im Regelfall zunächst nur abmahnen. Nur wenn er in schwerwiegender Weise gegen seine Pflicht zu einem gesundheitsfördernden Verhalten verstoßen hat, können Sie kündigen. Sogar fristlos (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 2. März 2006, Az. 2 AZR 53/05). So formulieren Sie eine ordentliche Kündigung Geht einer Ihrer Mitarbeiter während einer Krankschreibung einer Tätigkeit nach, die sich mit der Krankheit nicht vereinbaren lässt, können Sie ordentlich kündigen. Ist das Kündigungsschutzgesetz anwendbar, so können Sie folgende Musterformulierung verwenden. Sehr geehrte/r Frau/Herr ..., hiermit kündigen wir Ihr Arbeitsverhältnis zum ... aus folgenden Gründen: Sie waren vom ... bis ... arbeitsunfähig krank geschrieben. Leider wurde uns bekannt, dass Sie am ... von ... bis ... folgende Tätigkeit(en) ausgeübt haben: - (möglichst genaue Beschreibung der Tätigkeit(en))
- (weitere Tage, Zeiten und Tätigkeiten, wenn bekannt und beweisbar)
Diese Tatsachen erfuhren wir durch ... (Zeugen, Detektiv, eigene Beobachtung). Damit haben Sie Ihre Pflicht zu einem gesundheitsfördernden Verhalten erheblich verletzt, so dass die ordentliche Kündigung gerechtfertigt ist. Mit freundlichem Gruß ________________________________ Ort, Datum ________________________________ Unterschrift des Arbeitgebers Empfangsbestätigung Hiermit bestätige ich, die verhaltensbedingte Kündigung vom ... am ... zur Kenntnis genommen zu haben. ________________________________ Ort, Datum ________________________________ Unterschrift des Arbeitnehmers
Diese Meldung entspricht unter Umständen nicht mehr dem neuesten Stand.
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