18.08.2009

Das bedeutet das Insolvenzverfahren

Ist das Insolvenzverfahren eröffnet, hat der Insolvenzverwalter ab sofort alle Verwaltungs- und Verfügungsbefugnisse über die Insolvenzmasse – also die noch vorhandenen Vermögens- und Geldwerte.
Der Gläubigerwettlauf wird damit beendet. Zwangsvollstreckungen und sonstige Vollzugsmaßnahmen aus dem letzten Monat vor Eröffnung des Verfahrens werden rückwirkend unwirksam.

Ziel des Verfahrens

Das Ziel des Insolvenzverfahrens besteht darin, die noch vorhandene Masse zu verwerten und an die Gläubiger (Dritte, denen das Unternehmen Geld schuldet) zu verteilen, entweder über

  • Verkauf von Wertgegenständen,
  • Verkauf des Unternehmens oder
  • über die Verteilung aller Erträge über einen gewissen Zeitraum.

Der Insolvenzverwalter haftet

Der Insolvenzverwalter haftet auf Schadensersatz, wenn er die ihm nach der Insolvenzordnung obliegenden zahlreichen Pflichten verletzt (§ 60 Abs. 1 InsO). Maßstab für sein Verschulden ist die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Insolvenzverwalters. Schadensersatzpflichtig macht sich der Insolvenzverwalter beispielsweise in diesen Fällen:

  • für Nachteile aus fehlerhafter Buchführung (z. B. steuerliche Nachteile), soweit sie in seine Amtszeit fällt,
  • wegen Veräußerung des schuldnerischen Unternehmens unter Preis,
  • wegen Durchführung des Insolvenzverfahrens in übertriebener Eile,
  • wegen der Anerkennung unberechtigter Forderungen, wegen des Versäumnisses, erreichbare Vermögenswerte zur Masse zu ziehen,
  • weil er Forderungen hat verjähren lassen,
  • wegen Nichtberücksichtigung einer angemeldeten und festgestellten Forderung bei Aufstellung des Schuldnerverzeichnisses.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Der Betriebsrat hat Anspruch auf einen eigenen Drucker

Wieder einmal ein Streit zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber um die Betriebsratsausstattung. Nach dem Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm, Beschluss vom 18.06.2010, Az.: 10 TaBV 11/10, kann der Betriebsrat in der Regel die... Mehr lesen

23.10.2017
Zeugnis – Wer wann was wie beweisen muss

Zeugnisstreitigkeiten sind für Arbeitgeber ausgesprochen lästig. Welche Arbeitgeber hat schon Lust, Zeit und Arbeit für einen bereits ausgeschiedenen Arbeitnehmer zu investieren. Vermutlich keiner. Trotzdem ist es die Aufgabe... Mehr lesen

23.10.2017
Mutterschutzfristen – so wird richtig gerechnet

Mütter dürfen bis zum Ablauf von 8 Wochen nach der Entbindung nicht beschäftigt werden. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten gilt eine Frist von 12 Wochen nach der Entbindung.   Mehr lesen