verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


So stellen Sie fest, ob Sie gemobbt werden

Der Begriff „Mobbing“ ist so ein bisschen zum Modewort verkommen. Nicht jedes mal, wenn Sie Ihr Chef oder ein Kollege kritisiert, handelt es sich gleich um Mobbing. Für Sie ist es wichtig, die Abgrenzung zu kennen. Denn gegen Mobbing können und sollten Sie sich wehren. Das Bundesarbeitsgericht versteht unter Mobbing:
Wesensmerkmal der als “Mobbing” bezeichneten Form der Rechtsverletzung des Arbeitnehmers ist die systematische, sich aus vielen einzelnen Handlungen/Verhaltensweisen zusammensetzende Verletzung, wobei den einzelnen Handlungen oder Verhaltensweisen für sich allein betrachtet oft keine rechtliche Bedeutung zukommt. Es liegt ein durch Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld vor.“
Die folgende Checkliste hilft Ihnen bei der Prüfung, ob in Sie in diesem Sinne ein Mobbing-Opfer sind und sich wehren könn

Checkliste Mobbing
Sie werden von Vorgesetzten und / oder Kollegen angeschrieen
Sie werden von Vorgesetzten und / oder Kollegen beleidigt
Ihre Vorschläge und Anregungen werden ohne sachliche Begründung abgewiesen
Ihre Arbeit wird ständig ohne sachliche Begründung kritisiert
Vorgesetzte und / oder Kollegen schneiden Sie, verweigern Kontakt
Kollegen wird verboten, mit Ihnen zu sprechen
Sie werden auf einen isolierten Arbeitsplatz versetzt
Ihnen werden ständig Arbeiten zugewiesen, die Sie unterfordern
Ihnen werden ständig Arbeiten zugewiesen, die Sie überfordern
Ihnen werden keine Arbeiten gegeben bzw. diese wieder entzogen
Unangenehme Aufgaben werden ausschließlich Ihnen zugewiesen
Gefährliche Aufgaben werden ausschließlich Ihnen zugewiesen
Ihre Arbeitsergebnisse werden sabotiert
Man redet schlecht über Sie, setzt Gerüchte in die Welt
Man fragt, ob Sie sich in psychiatrischer Behandlung befinden
Man rät Ihnen, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben
Man droht Ihnen – direkt oder indirekt – mit körperlicher Gewalt
Man macht sexuelle Anspielungen auf ihre Kosten
Es kommt zu sexuellen Übergriffen
Ihr Privatleben wird thematisiert und kritisiert

Diese Anhaltspunkte dienen zum ersten Check, ob Sie möglicherweise gemobbt werden. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn einige oder mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen und insbesondere nicht nur einmalig, sondern immer wieder – unter Umständen von den selben Personen – ausgehen, sollten Sie Kontakt zu Ihrem Betriebsrat oder einer Mobbing-Beratungsstelle, z.B. bei vielen Krankenkassen, aufnehmen, um die Situation genauer zu analysieren.

18.08.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat sich mit einer heimlichen Videoaufzeichnung von Arbeitnehmern beschäftigen müssen. Der Arbeitgeber, ein Düsseldorfer Brauhaus, warf seinen Arbeitnehmern vor, ausgeschenkte Biere nicht korrekt...

| 24. Mai 2011

Kennen Sie das auch: Auszubildende kochen Kaffee, fegen die Werkstatt oder machen im Keller die Ablage? Was ist rechtlich erlaubt und was nicht? Die theoretische Antwort gibt das Berufsbildungsgesetz. Nach § 14 Abs. 2 BBiG...

| 29. April 2010

Nach den gesetzlichen Regelungen dürfen Piloten im Alter zwischen 60 und 64 Jahren auch dann weiter Verkehrsflugzeuge fliegen, wenn sie zu einer Besatzung von mehreren Piloten gehören. Allerdings dürfen dann die anderen Piloten...

| 18. September 2011
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft