verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Wirtschaftsspionage – Warnen Sie Ihren Arbeitgeber

Die meisten von uns werden Spionage nur aus James-Bond-Filmen kennen. Dabei ist das Thema Werksspionage aktueller denn je. Und dies gilt nicht nur für die Firmen, die in brisanten Bereichen wie der Rüstungstechnik tätig sind. Sprechen Sie Ihren Betriebsrat auf dieses Problem an, damit er sich für Ihren Betrieb einsetzen kann. Schon kleine Dinge können dazu beitragen, dass Spionage-Techniken eingeschränkt werden können.  
Das Wichtigste ist zunächst, ein gesundes Misstrauen gegenüber anderen Personen und deren natürlicher Neugierigkeit zu haben.

Insbesondere die IT-Technik sollte besonders geschützt sein. Das gilt sowohl für die Gefahren von außen durch die Verwendung einer Firewall oder eines Virenscanners, als auch vor Gefahren durch unbefugte Personen. Alle Mitarbeiter eines Betriebs sollten sich darüber im Klaren sein, dass Daten, die per E-Mail versendet werden, grundsätzlich auch von Dritten gelesen werden können. Arbeitnehmer sollten, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlassen, ihren PC durch ein Passwort schützen oder zumindest eine Bildschirmsperre haben. Der Passwortschutz sollte vernünftig betrieben werden. Passwörter dürfen Dritten nicht zugänglich gemacht werden.

Eine besondere Gefährdung stellen Systemadministratoren dar. Sie wissen über das gesamte Unternehmen Bescheid und können in sämtliche EDV-gestützten Terminkalender schauen, in den Email-Verkehr – auch in den privaten – in Bauzeichnungen, in betriebliche Abläufe und ähnliches.

Zu guter Letzt noch zu Besprechungen: Alle im Betrieb sollten sich darüber klar sein, dass Besprechungen nur unter den Personen zu führen sind, die an der Besprechung teilnehmen. Dies bedeutet, dass Räume so gestaltet sein sollten, dass Dritte keine Gespräche abhören können. Grundsätzlich ist die Teilnehmerzahl bei Meetings zu begrenzen. Dies ist eine der wirksamsten Spionageschutzmaßnahmen, die es gibt und zudem ausgesprochen effektiv. Je kleiner die Meetings, desto höher deren Effektivität.

Fazit: Machen Sie das Thema Spionage auch zu einem Thema in Ihrem Betrieb. Sprechen Sie mit Ihrem Betriebsrat und Ihrem Arbeitgeber. Viele Anwender kennen weder die Gefahren, noch die Konsequenzen von Wirtschaftsspionage und sind damit oft das Hauptziel!

24.03.2011
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat sich mit einer heimlichen Videoaufzeichnung von Arbeitnehmern beschäftigen müssen. Der Arbeitgeber, ein Düsseldorfer Brauhaus, warf seinen Arbeitnehmern vor, ausgeschenkte Biere nicht korrekt...

| 24. Mai 2011

Ein Monteur war über einen längeren Zeitraum auf einer Baustelle eingesetzt. In einem Kalenderjahr war er an insgesamt 223 Tagen in einem Baucontainer auf dem Betriebsgelände eines Kunden seines Arbeitgebers tätig. Der Monteur...

| 1. November 2011

Immer wieder tauchen Fragen zur Privatnutzung betrieblicher Fahrzeuge auf. So ist die Rechtslage: Betriebliche Fahrzeuge, die auch privat genutzt werden, sind zu besteuern. Das gilt auch für Fahrten zwischen Wohnung und...

| 2. März 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft