verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Arbeitsverträge – Teil 4: Freie Mitarbeiter

Ihre grundlegenden Rechte und Pflichten werden im Arbeitsvertrag geregelt. Egal, ob mündlich oder schriftlich: Lesen Sie hier das Wichtigste zu Arbeitsverträgen, damit Sie im Streitfall auf der sicheren Seite sind.

Heute: Freie Mitarbeiter

 
Einen Arbeitsvertrag können nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber miteinander abschließen. Insoweit sollten Sie stets prüfen, ob Sie tatsächlich Arbeitnehmer sind oder ein so genannter „freier Mitarbeiter“.

Der Unterschied ist sehr groß. Als freier Mitarbeiter haben Sie keinerlei Ansprüche auf die Zahlung eines Bruttolohns und damit keine Ansprüche auf Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung.

Die Unterscheidung zwischen freie Mitarbeiter und Arbeitnehmer ist in der Praxis häufig schwierig zu ziehen. Ein freier Mitarbeiter hat ein unabhängiges Dienstverhältnis. Dies liegt vor, wenn Sie nicht in eine fremde Arbeitsorganisation eingegliedert sind, sondern Sie die Organisation selbst bestimmen dürfen. Sie unterliegen nicht dem Weisungsrecht des Arbeitgebers und können Ihre Tätigkeit frei gestalten und Ihre Arbeitszeit frei bestimmen. Merkmal für eine freie Mitarbeiterschaft ist auch, dass Sie die Risiken und Chancen am Markt selbst bewältigen. Letztendlich führen Sie als freier Mitarbeiter ein eigenes Unternehmen.

Tipp:
Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie Arbeitnehmer oder freier Mitarbeiter sind, beantragen Sie das Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Wichtig: Es kommt nicht darauf an, was im Arbeitsvertrag steht. Sind Sie tatsächlich freier Mitarbeiter, können Sie keinen Arbeitsvertrag abschließen. Die Regelungen im vermeintlichen „Arbeitsvertrag“ sind in diesem Fall unwirksam. Gleiches gilt aber auch im umgekehrten Fall: Haben Sie einen Vertrag als freier Mitarbeiter abgeschlossen und sind Sie tatsächlich Arbeitnehmer, muss Ihr Arbeitgeber Sie dementsprechend auch behandeln – und zwar rückwirkend.

Er hat Sie also zur Sozialversicherung anzumelden, es ist Lohnsteuer zu zahlen und Sie haben ein Bruttoarbeitsentgelt zu erhalten, über welches er abzurechnen hat.

Fazit: Sie sehen also, die Unterscheidung ist immens wichtig. Sind Sie als freier Mitarbeiter tätig, obwohl Sie eigentlich Arbeitnehmer sind, spricht die Rechtssprechung von einer so genannten „Scheinselbständigkeit“.

31.05.2010
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Ihre grundlegenden Rechte und Pflichten werden im Arbeitsvertrag geregelt. Egal, ob mündlich oder schriftlich: Lesen Sie hier das Wichtigste zu Arbeitsverträgen, damit Sie im Streitfall auf der sicheren Seite sind. Heute:...

| 5. Juni 2010

Ist ein naher Angehöriger verstorben? Und Ihr Chef gibt Ihnen trotz des Todesfalls keinen Sonderurlaub? Natürlich muss er Sie bezahlt von der Arbeitsleistung freistellen. Und das nicht nur für die Beerdigung, sondern mindestens...

| 20. Mai 2009

Nun sind es noch 4 Tage, dann beginnt das Jahr 2010. Auch im Arbeitsrecht wird sich Einiges ändern. Hier das Wichtigste für Sie in Kürze: 

| 28. Dezember 2009
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft