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Jeden Monat 1 Tag Fehlzeit – Was Arbeitgeber sich einfallen lassen

03.10.2010

Die Stimmungslage in Unternehmen wird immer rauer. Dabei ist es mittlerweile auch unerheblich, ob Unternehmen Gewinne erzielen oder in einer finanziellen Schieflage sind. Jetzt habe ich wieder von einem Fall gehört, der mich nahezu sprachlos macht.
 
Der Sachverhalt: Arbeitnehmer erhalten am Monatsende ihre Lohn- oder Gehaltsabrechnung. Auf jeder Gehaltsabrechnung ist pro Monat ein Fehltag mit Fehlstunden vermerkt. Da in dem Betrieb Arbeitszeitkonten geführt werden, rutscht das Konto automatisch bei Vollzeitkräften um 8 Stunden ins Minus. Anders ausgedrückt: Arbeitnehmer arbeiten 8 Stunden umsonst und bei Ausscheiden aus dem Betrieb wird ihnen der Minus-Saldo abgezogen.

Findet bei Ihnen ein Tarifvertrag Anwendung und Ihr Arbeitgeber hält sich nicht daran?

So grotesk es klingt: Ihr Arbeitgeber weiß oft nicht, dass er tarifgebunden ist. Und er darf auch Sie nicht nach Ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit fragen. Das heißt für Sie: Wenn Sie ihn nicht auf die Tarifbindung hinweisen, können Ihnen tarifliche Ansprüche verloren gehen.

Das ist natürlich rechtswidrig, trotzdem wehren sich viele Arbeitnehmer nicht gegen diese Methode der Ausbeutung: aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes.

Mein Tipp: Stellen Sie eine Strafanzeige. Es handelt sich hier um einen eindeutigen Lohnbetrug. Es kann nicht sein, dass Sie bis zu 8 Stunden pro Monat umsonst arbeiten müssen. Strafanzeigen können übrigens auch anonym gestellt werden!

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