08.11.2009

Reisezeiten – was zählt zur Arbeitszeit

Die Leserfrage: „Ich bin im Außendienst tätig. Grundsätzlich fahre ich von der Filiale meines Arbeitgebers von Köln aus. Jetzt soll Köln aber geschlossen werden und ich muss von meinem Home-Office aus die Kunden anfahren. Deshalb will man mir jetzt jeweils 15 Minuten für die Anreise und 15 Minuten für die Abreise nicht bezahlen. Ist das richtig?!“ 
Meine Antwort: Zu Ihrem Fall gibt es ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG). Auch in diesem Fall wollte ein Arbeitgeber die Wegezeiten vom Home-Office des Arbeitnehmers zum ersten Kunden sowie den Rückweg vom letzten Kunden nur bezahlen, wenn die Fahrtzeit jeweils 30 Minuten überschritten hat.

Der Mitarbeiter war damit nicht einverstanden und verlangte die volle Bezahlung (Urteil vom 22.04.2009, Az.: 5 AZR 292/08). Das BAG gab der Klage eines Arbeitnehmers Recht.

Fazit: Reisezeiten sind als Arbeitszeit zu vergüten, wenn sie Teil Ihrer Arbeitspflicht sind. Das ist bei Ihnen der Fall.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Personalakte

In dieser Akte sammelt der Arbeitgeber alle für das Arbeitsverhältnis relevanten Daten und Unterlagen des Arbeitnehmers – etwa den Arbeitsvertrag, die Bewerbungsunterlagen, die Arbeitspapiere, aber auch Abmahnungen … Der... Mehr lesen

23.10.2017
Beleidigen Sie nicht den Papst – Das Arbeitsamt verhängt eine Sperrfrist

Sie glauben mir nicht, dass es bei einer Beleidigung des Papstes eine Sperrfrist durch die Agentur für Arbeit gibt? Dann sollten Sie dieses Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg kennen (Urteil vom 21.10.2011, Az.: L... Mehr lesen

23.10.2017
Islamisches Kopftuch: Darf der Arbeitgeber es verbieten

Es ist vor allem in den letzten Jahren, und sicherlich auch verschärft durch die Flüchtlingsdebatte, immer wieder ein heiß diskutiertes Thema gewesen: Darf ich als Arbeitgeber verbieten, dass meine Arbeitnehmer ihre religiösen... Mehr lesen