10.11.2010

Diskriminierung „älterer“ Bewerber

Der Fall: Ein 1958 geborener Volljurist hatte sich auf eine Stellenanzeige in einer juristischen Fachzeitschrift beworben. Gesucht wurde „ein(e) junge(r) engagierte(r) Volljuristin/Volljurist“. Der Bewerber wurde aber nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Eingestellt wurde letztlich eine 33-jährige Juristin. Daraufhin verklagte der abgelehnte Bewerber den Arbeitgeber in spe wegen Altersdiskriminierung. Er wollte eine Entschädigung von 25.000 € und Schadensersatz in Höhe eines Jahresgehalts.

Das Urteil:
Der Arbeitgeber wurde aber „nur“ zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe eines Monatsgehalts verurteilt. Die Stellenausschreibung verstößt zwar gegen das Benachteiligungsverbot des § 7 AGG und ist auch ein Indiz dafür, dass der Volljurist wegen seines Alters nicht eingestellt worden ist. Da der Bewerber aber weder darlegen noch beweisen konnte, dass er bei einer diskriminierungsfreien Auswahl eingestellt worden wäre, steht ihm der geltend gemachte Schadensersatzanspruch in Höhe eines Jahresgehalts nicht zu (BAG, 19.8.2010, 8 AZR 530/09).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Schweinegrippe / Neue Grippe – Teil I

In den nächsten Blogs möchte ich noch einmal über das Schweinegrippe-Virus informieren. Auch hier ergeben sich immer wieder neue arbeitsrechtliche Besonderheiten.   Mehr lesen

23.10.2017
Beschäftigung von Rentnern und Pensionären im öffentlichen Dienst

Werden in Ihrer Dienststelle schon Rentner und Pensionäre beschäftigt? Solche Kolleginnen und Kollegen bringen wichtiges Wissen und Können sowie die entsprechende Erfahrung mit. Dabei ist es für Ihren Dienstherrn nicht immer... Mehr lesen

23.10.2017
Mitarbeiterbefragung zum Gesundheitsschutz

Als Betriebsrat haben Sie beim Gesundheitsschutz umfassende Mitbestimmungsrechte, § 87 Abs. 1 Nr. 7 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Das bestätigt auch eine kürzlich veröffentlichte Entscheidung des Landesarbeitsgerichts... Mehr lesen