verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Elektronische Bewerbungsunterlagen – Was geschieht damit?

Bewerbungen per E-Mail werden zu Recht immer beliebter. Unternehmen müssen diese Bewerbungen nicht erst einscannen, haben Bewerbungen eher auf dem Tisch und können sie innerhalb des Unternehmens an die zuständigen Personen leichter weiterleiten.  
Und für den Bewerber liegt der Vorteil auch klar auf der Hand: Teure Kosten für die Übersendung und Bewerbungsmappen entstehen nicht mehr.

Was geschieht aber nun mit diesen elektronischen Bewerbungen, wenn der Bewerber abgelehnt wird? Wem gehören die Schriftstücke?

Letztendlich gilt für per E-Mail übersandte Bewerbungen nichts anderes, als für herkömmliche Bewerbungsunterlagen. Sie bleiben im Eigentum beziehungsweise in der Rechtsinhaberschaft des Bewerbers. Die per Brief übersandten Bewerbungsunterlagen sind zurückzusenden.

Ob eine Rücksendung von elektronisch übermittelten Bewerbungsunterlagen erforderlich ist, wurde bislang von der Rechtsprechung noch nicht entschieden. Letztendlich dürfte erwartet werden, dass der Bewerber die entsprechenden Dateien bei sich abspeichert. Hat er jedoch ein berechtigtes Interesse an der Rücksendung, dürfte ein solcher Anspruch auch bestehen.

Mit der Rücksendung befinden sich die Dateien aber noch immer bei dem Arbeitgeber! Und das ist der entscheidende Unterschied zu den per Post rückübersandten „analogen“ Unterlagen. Der Arbeitgeber hat die per E-Mail übersandten Unterlagen nun unverzüglich zu löschen. Eine entsprechende Verpflichtung ergibt sich aus dem Bundesdatenschutzgesetz. Hier ist der Grundsatz der Datensparsamkeit festgeschrieben.

Was bedeutet nun unverzügliche Löschung? Nach meiner Ansicht sind die Daten dann zu löschen, wenn von dem Bewerber keine Ansprüche gegen den potenziellen Arbeitgeber mehr gestellt werden können. Das ist nach Ablauf von 2 Monaten nach der Absage der Fall. Bis zu diesem Datum können Entschädigung von Schadensersatzansprüche nach dem AGG wegen Diskriminierung geltend gemacht werden. Ist dieser 2-Monats-Zeitraum abgelaufen, muss der Arbeitgeber die Unterlagen vernichten.

19.04.2011
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Das ist ja mal eine gute Frage, die mich erreicht hat: „Ich möchte einen geringfügigen Job auf 400-€-Basis annehmen. Wenn mir nun ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorgelegt wird, darf ich den mit nach Hause nehmen um ihn...

| 26. September 2009

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat einen Fall zu anstrengenden Bewerbungsverfahren entscheiden müssen. Mit Urteil vom 23.04.2010, Az.: 10 Ca 7038/09, klagte ein Arbeitnehmer gegen die Durchführung eines Assessment-Centers. 

| 11. Oktober 2010

Besteht für Arbeitnehmer die Verpflichtung, in der Bewerbung oder im Bewerbungsgespräch Kinder und Unterhaltspflichten anzugeben? Viele Arbeitnehmer werden damit kein Problem haben. Da Kinder die berufliche Flexibilität jedoch...

| 19. Oktober 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft