verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Wenn Sie die neue Stelle gar nicht erst antreten: für eine Vorabkündigung gelten die gleichen Fristen

Wenn Sie oder Ihr Arbeitgeber die Stelle kündigen wollen, bevor Sie Ihren Job überhaupt angetreten haben, gelten hierfür die üblichen Fristen.

So ist die Lage:

Weder Sie noch Ihr Arbeitgeber müssen für eine Kündigung den Arbeitsbeginn abwarten. Eine vorher ausgesprochene Kündigung ist nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in jedem Fall wirksam.

Die üblichen Fristen gelten auch bei einer vorzeitigen Kündigung

Haben Sie beispielsweise eine sechsmonatige Probezeit vereinbart und hierfür die übliche gesetzliche Vierwochenfrist zum 15. oder zum nächsten Monatsanfang festgelegt (oder gegebenenfalls auch eine verkürzte zweiwöchige Kündigungsfrist), müssen Sie und natürlich auch Ihr Arbeitgeber diese auch einhalten, wenn Sie schon vorher kündigen wollen.

In diesen vier Fällen gelten tarifliche Kündigungsfristen

Manchmal legen Tarifverträge kürzere Kündigungsfristen fest. Diese tariflichen Kündigungsfristen gelten für Sie aber nur in den folgenden Fällen:

  1. Sie und Ihr Arbeitgeber sind jeweils tarifgebunden.
  2. Der Tarifvertrag wurde für allgemeinverbindlich erklärt.
  3. Der Tarifvertrag wird bei dem Arbeitgeber in betrieblicher Übung ständig angewandt.
  4. Die Anwendung des jeweiligen Tarifvertrags ist arbeitsvertraglich vereinbart. Es ist auch zulässig, nur die tariflichen Kündigungsfristen zwischen den nicht tarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu vereinbaren.

So läuft es

Wie bei einer regulären Kündigung beginnt auch hier die Frist zu laufen, sobald das Kündigungsschreiben zugestellt ist – im Zweifel also vor Arbeitsbeginn. Endet die Kündigungsfrist bei einer vorzeitigen Kündigung noch vor dem ursprünglich vereinbarten Arbeitsbeginn, dann entfällt die Anstellung vollständig.

17.08.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Was halten Sie von Täuschungen im Bewerbungsgespräch? Manche Arbeitnehmer können nicht anders. So wurde eine Arbeitnehmerin in einem aktuell entschiedenen Fall bei der Einstellung nach ihrer Schwerbehinderung gefragt.  

| 21. Juli 2011

Das ist ja mal eine gute Frage, die mich erreicht hat: „Ich möchte einen geringfügigen Job auf 400-€-Basis annehmen. Wenn mir nun ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorgelegt wird, darf ich den mit nach Hause nehmen um ihn...

| 26. September 2009

Der Fall: Ein 1958 geborener Volljurist hatte sich auf eine Stellenanzeige in einer juristischen Fachzeitschrift beworben. Gesucht wurde „ein(e) junge(r) engagierte(r) Volljuristin/Volljurist“. Der Bewerber wurde aber nicht...

| 10. November 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft