verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Wenn Sie vor Antritt der Stelle kündigen wollen

Vielleicht haben Sie gerade den Vertrag für eine Stelle unterzeichnet, als das Angebot Ihres Wunscharbeitgebers kommt – und nun? 
Sie haben die Möglichkeit, auch schon vor dem Antritt Ihrer Stelle den Arbeitsvertrag zu kündigen. Das ist Ihr gutes Recht – ebenso wie das Ihres Arbeitgebers.

Die üblichen Kündigungsfristen gelten

Auch für eine vorzeitige Kündigung gelten die üblichen Kündigungsfristen von in der Regel vier Wochen, im Einzelfall auch bis zu drei Monaten – diese beginnen dann eben schon vor Stellenantritt zu laufen. Sie sollten also glatt aus der Nummer rauskommen, wenn Sie rechtzeitig kündigen. Endet die Frist schon vor Arbeitsbeginn, ist Ihr Arbeitsvertrag dann hinfällig. Und Sie sind frei für den anderen Arbeitgeber.

Bitten Sie im Zweifel um einen Aufhebungsvertrag

Kaum ein Unternehmen hat Interesse an einem Arbeitnehmer, der nicht für ihn arbeiten will – gerade in der durchaus teuren Einarbeitungsphase. Sollte die Kündigungsfrist erst nach Stellenantritt enden, bitten Sie das Unternehmen um einen Aufhebungsvertrag.

Die Klausel einer Vertragsstrafe im Arbeitsvertrag zählt nicht mehr

Früher haben Arbeitgeber gelegentlich Klauseln in die Arbeitsverträge geschrieben, die für den Fall einer vorzeitigen Kündigung eine Vertragsstrafe vorsahen. Solche Vereinbarungen sind nicht mehr bindend.

Kündigungsfrist verpasst: Schadensersatz möglich

Haben Sie allerdings bei Ihrer Kündigung vor Arbeitsbeginn die Kündigungsfrist nicht eingehalten – also Ihren Arbeitgeber zu kurzfristig darüber informiert, dass Sie die Stelle nicht antreten wollen, so dass die Kündigungsfrist erst nach Ihrem Arbeitsbeginn enden würde –, machen Sie sich womöglich schadensersatzpflichtig. Denn dann haben Sie Ihre Vertragspflichten nicht erfüllt und müssen womöglich für den hieraus entstehenden Schaden gerade stehen.

Ihr Glück: Pauschal geht nichts

Die Hürde, einen solchen Schadensersatz von Ihnen einzufordern, ist für das Unternehmen allerdings hoch. Es muss ganz konkret darlegen, welchen Schaden es dadurch erlitten hat, dass Sie Ihre Arbeit kurzfristig nicht angetreten haben.

So nicht

  • Der pauschale Hinweis auf Produktionsausfälle oder entgangene Aufträge genügt nicht, um von Ihnen Schadensersatz zu verlangen.
  • Auch die Kosten einer neuen Stellenanzeige kann Ihr Arbeitgeber nicht von Ihnen verlangen. Denn Sie müssen nur für Schäden gerade stehen, die Sie durch die Einhaltung der Kündigungsfrist vermieden hätten. Hätten Sie fristgerecht gekündigt, wären dem Unternehmen diese Kosten ja auch entstanden.
17.08.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Gestern hatte ich Ihnen von freien Stellen, die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, berichtet. Haben Sie versucht, sich dort zu bewerben? Teilen Sie uns Ihre Erlebnisse mit! Und nun Teil 2 der wichtigsten Fragen, die...

| 8. Juli 2009

Immer mehr Unternehmen beschränken sich nicht nur auf das Bewerbungsgespräch, sondern verlangen auch das Ausfüllen von Personalfragebogen. Warum? Im Bewerbungsgespräch kann vielleicht schnell einmal eine etwas übertriebene...

| 16. Dezember 2010

Das ist ja mal eine gute Frage, die mich erreicht hat: „Ich möchte einen geringfügigen Job auf 400-€-Basis annehmen. Wenn mir nun ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorgelegt wird, darf ich den mit nach Hause nehmen um ihn...

| 26. September 2009
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft