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Das geschieht in der Elternzeit mit Ihren Urlaubsansprüchen

Während der Elternzeit haben Sie als Arbeitnehmer keinen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

Die Folge: Ihr Arbeitgeber kann den Jahresurlaubsanspruch für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um 1/12 kürzen. Die Kürzung geschieht nicht automatisch. Wenn Ihr Arbeitgeber von diesem Recht Gebrauch macht, muss er Ihnen dies mitteilen.

Achtung: Für diese Mitteilung ist kein bestimmter Zeitpunkt vorgeschrieben. Ihr Arbeitgeber kann Sie auch nach Antritt der Elternzeit darüber informieren, dass er von der Kürzungsmöglichkeit Gebrauch machen wird.

Ihr Arbeitgeber kann auch auf die Kürzung des Jahresanspruches verzichten

Ihr Arbeitgeber muss die Elternzeit aber nicht auf Ihren Erholungsurlaub anrechnen. Er kann stillschweigend, aber auch im Rahmen einer Betriebsvereinbarung oder durch Vereinbarung mit dem einzelnen Arbeitnehmer, darauf verzichten.

Wenn Sie in Teilzeit arbeiten

Arbeiten Sie während der Elternzeit in Teilzeit, ist die Kürzung des Erholungsurlaubs nicht zulässig.

Was ist mit geschobenen Urlaubstagen?

Haben Sie den Ihnen zustehenden Urlaub vor Beginn der Elternzeit nicht oder nicht vollständig genommen, muss der Arbeitgeber Ihnen den Resturlaub nach der Elternzeit gewähren – entweder im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr danach. Ihr Urlaub verfällt also auch nach mehreren Jahren nicht.

Beispiel: Frau Koch-Ziller geht 2009 in Elternzeit (bis 2011). Ihren nicht verbrauchten Urlaub aus 2009 kann sie dann noch 2011 oder 2012 nehmen – neben dem ihr dann für diese Jahre ohnehin zustehenden Urlaub.

Das steht Frau Koch-Ziller zu: Geht Frau Koch-Ziller ab dem 1.5.2009 in Elternzeit und stehen ihr für 2009 normalerweise 24 Urlaubstage zu, kann ihr Arbeitgeber ihr den Urlaubsanspruch für Mai bis Dezember 2009 (= 8 Monate) um 8/12 von 24 Tagen (= 16 Tage) kürzen. Frau Koch-Ziller stehen für 2009 somit nur 8 Urlaubstage zu.

Haben Sie als Arbeitnehmer vor Beginn der Elternzeit mehr Urlaub erhalten, als Ihnen zusteht, kann Ihnen Ihr Arbeitgeber den Urlaub, der Ihnen nach dem Ende der Elternzeit zusteht, um die zu viel gewährten Urlaubstage kürzen.

Wenn das Arbeitsverhältnis endet

Endet Ihr Arbeitsverhältnis während der Elternzeit oder setzen Sie es im Anschluss an die Elternzeit nicht fort, muss Ihr Arbeitgeber Ihnen den nicht gewährten Urlaub auszahlen.

Was ist bei einem Betriebsübergang?

In diesem Fall haben Sie einen neuen Arbeitgeber bekommen. Da er Ihr Arbeitsverhältnis mit übernommen hat, tritt er allerdings für die Rechte und Pflichten Ihres vorherigen Arbeitgebers ein. Damit steht er auch für Ihre Urlaubsansprüche ein.

Bei einer Kündigung sieht es anders aus

Wechseln Sie dagegen in einen anderen Betrieb, haben Sie dort an den neuen Arbeitgeber keine Urlaubsansprüche aus Ihrer Elternzeit mehr. Hier beginnt eine neue Zählung.

19.08.2009
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