19.08.2009

Diesen Anspruch auf Elternzeit haben Sie

Nach der Geburt Ihres Kindes und – als Mutter – der anschließenden Mutterschutzfrist haben Sie Anspruch auf eine dreijährige Elternzeit.
In dieser Zeit muss Ihr Arbeitgeber Sie auf Wunsch unbezahlt freistellen. Bis zu 30 Stunden Teilzeitarbeit sind möglich.

Achtung: Diese dreijährige Höchstdauer gilt auch bei Mehrlingsgeburten. Die Elternzeiten laufen dann parallel und werden nicht addiert. Auf die Elternzeit der Mutter wird außerdem immer die Mutter-schutzfrist (regelmäßig acht Wochen nach der Geburt) angerechnet.

Die Folge: Nehmen Sie die Elternzeit am Stück, endet sie immer mit dem dritten Geburtstag Ihres Kindes oder Ihrer Kinder. Das dritte Jahr können Sie auf die Zeit bis zum achten Geburtstag Ihres Kindes übertragen.

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gewährt Ihnen als Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit unabhängig von der Art des Arbeitsverhältnisses, also auch bei

Tipp: Den Anspruch auf Elternzeit haben Sie auch beim Antritt einer neuen Stelle. Er ist nicht an das bei der Geburt des Kindes bestehende Beschäftigungsverhältnis gebunden. Ist Ihr Kind unter drei Jahre alt, kann ein neuer Arbeitgeber Sie auch nicht zwingen, auf Ihr Recht auf Elternzeit zu verzichten. Eine solche Vereinbarung wäre nach dem BEEG unwirksam.

Damit Sie in Elternzeit gehen können, müssen Sie

  • mit dem Kind gemeinsam im eigenen Haushalt leben,
  • es selbst betreuen und erziehen und
  • dem Kind gegenüber personensorgeberechtigt sein.

Doch es gibt auch noch andere Fälle, in denen Sie Anspruch auf Elternzeit haben, und zwar wenn

  • es sich um das Kind des Ehepartners handelt oder
  • das Kind zum Zweck der Vollzeit- oder Adoptionspflege aufgenommen wurde oder
  • Sie Enkelkind, Bruder oder Schwester, Neffe oder Nichte bei schwerer Krankheit, Schwerbehinderung oder Tod der Eltern aufgenommen haben oder
  • es sich um ein leibliches Kind handelt, für das Sie nicht sorgeberechtigt sind – das geht allerdings nur mit Zustimmung des sorgeberechtigten Elternteils zur Elternzeit!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Wenn der Arbeitnehmer während einer Freistellung erkrankt – Was sagt das Arbeitsrecht?

Einem Kollegen wurde zum 30.5.2010 gekündigt. Bei der Kündigung wurde er von der Arbeit freigestellt und es wurde vereinbart, dass er in dieser Zeit seinen Resturlaub nehmen und Überstunden abbauen soll. Einen Tag nach der... Mehr lesen

23.10.2017
So dürfen Sie E-Mail und Internet am Arbeitsplatz nutzen

Wenn Sie an einem Computerarbeitsplatz in Ihrer Firma tätig sind, werden Sie den dort installierten Internet-anschluss bestimmt auch das eine oder andere Mal privat nutzen. Aktuelle Online-Umfragen haben ergeben, dass 93 % der... Mehr lesen

23.10.2017
Wer hat Ihre Kündigung unterschrieben?

Eine Arzthelferin hat sich sehr geschickt gegen eine Kündigung gewehrt. Sie hat einfach einmal genau nachgeschaut, wer die Kündigung unterschrieben hat. Der Fall im Einzelnen: Die Arzthelferin war bei einer Gemeinschaftspraxis,... Mehr lesen