verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Elterngeld Teil 5 – Das sind Ihre Rechte

Elterngeld und Elternzeit sind im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gesetzlich geregelt. Das Gesetz ist in den Detailfragen kompliziert geregelt und in der Praxis für Eltern nicht immer leicht zu durchschauen.

Die wichtigsten Fragen – FAQs 
In den vergangenen Tagen hatte ich Ihnen schon alles zur

  • Berechtigung von Elterngeld,
  • zur Antragsstellung und
  • zur Dauer und zur Höhe geschrieben.

Trotzdem gibt es immer wieder einzelne Fragen, auf die ich gerne hier eingehen möchte.

1. Wird das Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet?

Ja, das ab Geburt des Kindes gezahlte Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet. So steht es in § 3 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG). Beim Kindsvater erfolgt allerdings keine Anrechnung, auch wenn er Elterngeld in den ersten 2 Lebensmonaten in Anspruch nimmt.

2. Wird das Einkommen des Ehepartners oder des Lebensgefährten bei der Berechnung berücksichtigt?

Nein, das Einkommen des Ehepartners, des Lebenspartners oder auch des Lebengefährten wird nicht auf das Elterngeld angerechnet.

3. Vor Bezug des Elterngeldes wird Arbeitslosengeld bezogen. Wie erfolgt die Berechnung?

Arbeitslosengeld und Krankengeld werden als Einkommen nicht berücksichtigt. Nur Erwerbseinkommen wird mit einbezogen.

4. Wie wird das Elterngeld berechnet, wenn vor Beginn der Schutzfrist 5 Monate Arbeitslosengeld bezogen wurde?

Arbeitslosengeld wird, wie soeben bereits gesagt, nicht als Einkommen berücksichtigt. Deshalb wird der Verdienst aus den vorherigen Monaten addiert und durch 12 geteilt.

Beispiel: Elterngeld wird in Höhe von 67 % des in den 12 Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens gezahlt. Das Kind ist am 05. Juli 2010 geboren worden, so dass grundsätzlich die Monate Juli 2009 bis Juni 2010 Berücksichtigung finden. Falls nun in den Monaten Juli 2009 bis Februar 2010 insgesamt  10.000 € netto verdient wurden und danach eine Arbeitslosigkeit eingetreten ist, werden diese 10.000 € durch 12 dividiert und davon 67 % genommen. Damit ergibt sich folgende Berechnung: 10.000 : 12 x 67 : 100 = 558 € Erziehungsgeld.

28.07.2010
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Einige Arbeitgeber versuchen immer wieder, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Ich habe von einer Arbeitnehmerin erfahren, die drei Jahre bei einem Arbeitgeber beschäftigt war und dann drei Jahre in Elternzeit ging. Nach der...

| 24. September 2010

Das Europäische Parlament möchte, dass Frauen künftig mindestens 20 Wochen lang eine Mutterschutzfrist bei vollem Lohn erhalten können. Dies würde gerade in Deutschland zu einer erheblichen Verlängerung des Mutterschutzes...

| 11. Januar 2011

Haben Eltern in einem Minijob Anspruch auf eine 3-jährige Elternzeit? Die Elternzeit ist ein Zeitraum unbezahlter Freistellung von der Arbeit nach der Geburt des Kindes. Die Elternzeit beginnt grundsätzlich 8 Wochen nach der...

| 5. Juli 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft