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Mütter-Quote – Irrsinn oder richtiger Weg?

Im vergangenen Jahr sind in der Bundesrepublik so wenig Kinder geboren worden wie noch nie zuvor. Im Jahr 2009 kamen lediglich 651 000 Babys zur Welt, wie das statistische Bundesamt mitteilte. Das waren ca. 30 000 (3,6 %) weniger als im Jahr 2008. Die Zahl relativiert sich jedoch, wenn man berücksichtigt, dass es auch weniger Frauen im gebärfähigen Alter gab.  

Einige konservative Politiker fordern nun die Bevorzugung von Müttern im Arbeitsrecht. So hat der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johannes Singhammer, eine demographische Offensive gefordert: Von der Frauen- zur Mütter-Quote. Mütter sollen also künftig bevorzugt werden. Das könnte Auswirkungen auf die Einstellungs- und Aufstiegsverfahren haben.

Die Fakten sprechen auch für sich. Ungefähr 70 % der Mütter arbeiten in Teilzeit und verdienen ca. 23 % weniger als die Männer.

Der Weg scheint nur nicht der Richtige zu sein. Durch Quoten wird in diesem Bereich nichts Positives bewirkt. Die Problematik ist viel tiefgreifender und die Idee der Mütter-Quote verbuche ich unter dem Stichwort „Sommerloch“ – obwohl der Sommer noch nicht wirklich begonnen hat.

Meine Empfehlung an Politiker: Macht einmal ein Jahr gar nichts. Verändert keine Gesetze, keine Verordnungen und keine Verwaltungsvorschriften. So hätte jeder Bürger die Möglichkeit, sich wenigstens einmal kurz an das geltende Recht zu gewöhnen, bevor es wieder geändert wird!

Das Verbreiten von medienwirksamen Vorschlägen, die dann doch nicht umgesetzt werden, ist hier wenig hilfreich.

27.05.2010
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