verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Mutterschutz – Beschäftigungsverbot und Arbeitsunfähigkeit

Kennen Sie eigentlich den genauen Unterschied zwischen einem Beschäftigungsverbot und einer Arbeitsunfähigkeit während der Mutterschutzzeiten?

Das kann für Sie als betroffene Arbeitnehmerin ein großer Unterschied sein. Zunächst dürfen werdende Mütter nicht beschäftigt werden, wenn nach einem ärztlichen Attest Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei einer fortdauernden Beschäftigung gefährdet ist. 
Davon abgesehen dürfen werdende Mütter innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Entbindung nicht beschäftigt werden. Allerdings können Sie sich zur Arbeitsleistung freiwillig bereit erklären. Dann ist eine Beschäftigung möglich.

Die deutlichste Unterscheidung zwischen einem Beschäftigungsverbot und einer Arbeitsunfähigkeit sieht man in

•    den finanziellen Belastungen des Arbeitgebers,
•    den möglichen Erstattungsansprüchen des Arbeitgebers gegenüber der Krankenkasse und
•    der Höhe und Dauer der Nettoeinnahmen der schwangeren Mitarbeiterin.

Im Falle einer Arbeitsunfähigkeit endet die Entgeltfortzahlungsverpflichtung Ihres Arbeitgebers 6 Wochen nach dem Beginn. Ein Beschäftigungsverbot dagegen kann wesentlich länger dauern und für den Arbeitgeber dadurch auch höhere Kosten verursachen.

Anhand des ärztlichen Attestes ist es leider nicht immer zweifelsfrei zu entscheiden, weshalb Sie zu Hause bleiben dürfen. Das Bundesarbeitsgericht sagt dazu, dass der Entgeltfortzahlungsanspruch gegen Ihren Arbeitgeber aufgrund des Beschäftigungsverbots allein auf diesem beruhen muss. Kommt zu dem Beschäftigungsverbot eine Arbeitsunfähigkeit dazu, erhalten Sie „nur“ Entgelt nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz.

Arbeitgeber sollten sich allerdings „nicht so anstellen“. Sie können die Kosten für Schwangerschaft und Mutterschaft bei der Krankenkasse der Arbeitnehmerin geltend machen. Im Regelfall werden 100% des Arbeitsentgelts und der Arbeitgeberanteile zu Sozialversicherung erstattet.

Teilen Sie das Ihrem Arbeitgeber mit!

20.07.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Werden ursprünglich in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer während eines auf Teilzeitbasis genommenen Elternurlaubs entlassen, so richtet sich die Höhe ihrer Abfindung nach dem Vollzeitgehalt.  

| 13. November 2009

Mit der Elternzeit haben sich immer wieder die Arbeitsgerichte zu beschäftigen. Das war geschehen: Eine Arbeitnehmerin war als Leiterin der Controlling-Abteilung tätig und gleichzeitig war sie Prokuristin des Arbeitgebers. Im...

| 23. April 2010

Elternzeit kann von beiden Elternteilen eingereicht werden und muss nicht am Stück genommen werden. Eltern haben vielmehr grundsätzlich den Anspruch auf Übertragung eines Teils der Elternzeit über das 3. Lebensjahr ihres...

| 13. Januar 2017
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft