31.01.2011

Mutterschutz – Heute: Der Mutterschutzlohn

Die Rechte und Pflichten von Müttern oder werdende Müttern sind immer wieder Gegenstand einer Vielzahl von Fragen. Deshalb greifen wir das Thema in einer kleinen Blog-Reihe auf.

Heute: Der Mutterschutzlohn 
Es gibt Zeiten während der Schwangerschaft, in denen eine Arbeitnehmerin nicht arbeiten kann. Trotzdem erhält sie ihr Geld, ähnlich wie im Fall der Arbeitsunfähigkeit oder des bezahlten Erholungsurlaubs. Sie muss und kann nicht arbeiten, bekommt allerdings trotzdem ihr Geld. Das geht allerdings nicht in jedem Fall: Nur, wenn Sie alleine wegen eines Beschäftigungsverbots der Arbeit fern bleiben, erhalten Sie Mutterschutzlohn.

Sind Sie nur arbeitsunfähig oder während eines Beschäftigungsverbots gleichzeitig arbeitsunfähig, hat Ihr Arbeitgeber Ihnen die ganz normale Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für maximal 6 Wochen zu bezahlen. Im Anschluss daran erhalten Sie dann von Ihrer Krankenkasse das Krankengeld.

Den Mutterschutzlohn errechnen Sie aus dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen oder 3 Monate vor Beginn des Monats, in dem die Schwangerschaft eingetreten ist.

Waren Sie bei Beschäftigungsbeginn bereits schwanger, ist der Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen oder 3 Monate maßgeblich. Ihr Arbeitgeber kann im Rahmen seines Ermessens entscheiden, ob er den Zeitraum von 13 Wochen oder 3 Monaten wählt.

Falls im Laufe des Berechnungszeitraums dauerhafte Verdiensterhöhungen eintreten, muss der Arbeitgeber bei der Berechnung von dem erhöhten Verdienst ausgehen. Sind Verdienstkürzungen wegen Kurzarbeit, Arbeitsausfällen und unverschuldeter Arbeitsversäumnis zu beklagen, darf Ihr Arbeitgeber diese jedoch nicht beachten. Er muss dann also von einem höheren fiktiven Verdienst ausgehen.


Noch ein Tipp
: Lassen Sie sich niemals attestieren, dass es Ihnen nur unmöglich ist, zur Arbeit zu kommen. Hat Ihr Arzt nur die Fahrt zur Arbeit verboten, nicht die Arbeit jedoch an sich, besteht letztendlich kein Beschäftigungsverbot. Sie erhalten diese Zeit dann nicht bezahlt!

Morgen lesen Sie alles zum Mutterschaftsgeld.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Prozesskosten steuerlich absetzbar

Haben Sie Ihren Arbeitgeber einmal verklagt und mussten Sie dafür Prozesskosten zahlen? Dann können Sie die ab sofort als außergewöhnliche Belastungen bei der Einkommenssteuer geltend machen. So hat es der Bundesfinanzhof... Mehr lesen

23.10.2017
Eingliederungsmanagement

Sind Arbeitnehmer länger als sechs Wochen im Kalenderjahr am Stück oder unterbrochen häufig erkrankt, so dass die sechs Wochen im Kalenderjahr überschritten werden, muss  ihnen der Arbeitgeber ein Eingliederungsmanagement... Mehr lesen

23.10.2017
Überwachung am Arbeitsplatz regeln

Die neueste Technik bietet oft Einfallstore für die Überwachung am Arbeitsplatz durch den Arbeitgeber. Deshalb sollten Sie als Betriebsrat gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber eine generelle Regelung finden, die genau dies... Mehr lesen