verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Arbeitgeber hat Lohnsteuerkarte falsch ausgefüllt – Was nun?

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat eine Arbeitnehmerin ihre Lohnsteuerkarte und den entsprechenden elektronischen Lohnsteuernachweis erhalten. Dort standen jedoch nicht 12 Monatslöhne, sonder nur 10 Monatslöhne. 
Auch die Sachwerte und das Weihnachtsgeld wurden nicht eingetragen. Was ist nun zu tun? Hat die Arbeitnehmerin einen Anspruch gegen den Arbeitgeber auf Berichtigung? Oder kann sie einfach zum Finanzamt gehen und die Sache mitteilen?

Mein Tipp: Grundsätzlich haben Sie natürlich von Ihrem Arbeitgeber eine korrekte Lohnsteuerkarte zu erhalten. Verlangen Sie auf jeden Fall von Ihrem Arbeitgeber einen Nachweis darüber, dass die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge auch für die 2 fehlenden Monate gezahlt wurden. Weist er Ihnen diese Zahlungen nicht nach, sollten Sie tatsächlich zu einem Rechtsanwalt gehen und die fehlenden Beträge nachfordern. Dabei gehe ich davon aus, dass Sie die Nettobeträge tatsächlich überwiesen bekommen haben. Sie können dann die Differenz zwischen Netto- und Bruttolöhnen, von denen Sie nicht wissen, ob die Sozialversicherungsbeträge und Steuern abgeführt wurden, von Ihrem Arbeitgeber einfordern.

Gegenüber dem Finanzamt wird es wohl auch ausreichen, wenn Sie dort die Sachlage tatsächlich richtig schildern und auch entsprechende Kontoauszüge über die erhaltenen Nettobeträge beifügen. Dann weiß das Finanzamt, dass die Lohnsteuerkarte beziehungsweise der Entgeltnachweis nicht richtig ausgefüllt ist.

Ein weiterer Tipp: Fragen Sie sofort bei Ihrer Krankenkasse nach, ob Sie noch krankenversichert sind! Nicht, dass Ihr Arbeitgeber Sie tatsächlich bereits vor 2 Monaten bei der Krankenversicherung abgemeldet hat! Dann würde nämlich tatsächlich Ihr Krankenversicherungsschutz fehlen!

Vielleicht ist es aber auch schlicht und ergreifend nur ein Versehen Ihres Arbeitgebers oder des Steuerberaters Ihres Arbeitgebers gewesen. Vielleicht lässt sich die Sache auch ganz einfach mit einem kleinen Telefonat regeln. Das sollten Sie zunächst versuchen!

24.01.2011
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Nicht alle Lohn- und Gehaltsanteile, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten, sind lohnsteuerpflichtig. Sind Bezüge steuerfrei, bleiben sie in aller Regel auch bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge außer Ansatz....

| 28. Dezember 2010

Verliert ein Taxifahrer seinen Führerschein und wird ihm deshalb gekündigt, tritt eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld I ein. Das war geschehen: Ein Arbeitnehmer war als Taxifahrer tätig. Dann wurde ihm vom...

| 27. Dezember 2010

Das Landgericht Magdeburg hat einen Reinigungsunternehmer verurteilt. Er hatte mit seiner in Magdeburg ansässigen Firma in 2002 bis 2007 russisch sprechende Arbeitnehmerinnen in westlichen Bundesländern für Toiletten- und...

| 4. Juli 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft