verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Arbeitnehmer wird Dienstwagen aufgezwungen – geht das?

Ein Arbeitnehmer hatte mit seinem Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag abgeschlossen. Darin stand ursprünglich, dass ihm ein Dienstwagen zustehe mit Privatnutzung. Dieses war dem Arbeitnehmer jedoch zu teuer und im Rahmen des Einstellungsgesprächs wurde vereinbart, dass auf den Wagen verzichtet wird.  
Dafür sollte der Arbeitnehmer eine monatliche Pauschale zum Gehalt erhalten. Diese nachträgliche Vereinbarung wurde auch in einem Vertragszusatz festgehalten und von beiden Seiten unterschrieben.

Jetzt soll der Arbeitnehmer gezwungen werden, doch einen Dienstwagen zu nehmen. Sein Nettogehalt würde sich um fast 400 € im Monat reduzieren.

Darf der Arbeitgeber ihm nun einfach so einen Dienstfahrzeug vor die Tür stellen?

Ja. aber…Der Arbeitgeber darf Ihnen ein Fahrzeug zur Verfügung stellen. Sofern es im Arbeitsvertrag nicht ausgeschlossen ist, kann er Ihnen auch die Anweisung erteilen, mit dem Fahrzeug während der Arbeitszeiten zu fahren. Das ist sicherlich auch nicht das große Problem. Er darf Sie allerdings nicht anweisen, dass Sie das Fahrzeug auch privat nutzen müssen. Was Sie in Ihrer Freizeit tun, ist Ihre Sache.

Und eins ist auch klar:
Einseitig kann er vertragliche Absprachen nicht ändern. Durch den Nachtrag zu Ihrem Arbeitsvertrag haben Sie klargestellt, dass Sie kein Fahrzeug zur Privatnutzung haben möchten. Daran hat sich Ihr Arbeitgeber auch zu halten. Insbesondere darf er entsprechendes nicht auf den monatlichen Gehaltsabrechnungen berücksichtigen.

Also: Die Verträge sind geschlossen! Das gilt auch für Ihren Arbeitgeber!

11.03.2011
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Ein Arbeitnehmer ist Mitglied des Betriebsrats und wird seit Jahren schon dazu gedrängt, in die Gewerkschaft einzutreten. Aus persönlichen Gründen weigert er sich jedoch vehement. Nun hat ihm der Gewerkschaftssekretär...

| 6. März 2011

Jeder Arbeitgeber ist nach § 108 Gewerbeordnung verpflichtet, eine Abrechnung über die Zusammensetzung des Arbeitsentgelts zu erstellen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn sich Angaben gegenüber der letzten ordnungsgemäßen...

| 3. März 2010

Nicht alle Lohn- und Gehaltsanteile, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten, sind lohnsteuerpflichtig. Sind Bezüge steuerfrei, bleiben sie in aller Regel auch bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge außer Ansatz. Es...

| 21. Dezember 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft