verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Die Unterscheidung von Lohn und Gehalt im Arbeits- und Sozialrecht

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie sich Lohn und Gehalt voneinander unterscheiden? Historisch betrachtet stammt die Differenzierung aus der unterschiedlichen arbeits- und sozialrechtlichen Behandlung von Arbeitern und Angestellten.
Der Begriff Lohn bezieht sich grundsätzlich auf ein Modell, bei dem sich der Verdienst aus einem festen Stundensatz und der im Abrechnungszeitraum geleisteten Stunden zusammensetzt. Das regelmäßige Einkommen variiert also in der Höhe.
Ein Gehalt ist in der Regel ein monatlich fixes Arbeitsentgelt, dessen Höhe im Arbeitsvertrag vereinbart wird. Die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden werden dabei nicht berücksichtigt.
Mit Inkrafttreten des Entgelt-Rahmenabkommens (ERA) zwischen der Gewerkschaft IG Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Jahre 2003 wurde erstmals die Trennung von Arbeitern und Angestellten aufgehoben und die Begriffe Lohn und Gehalt durch den zusammenfassenden Begriff Entgelt abgelöst.

Änderungen in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung

Gleichzeitig wurde auch die sozialversicherungsrechtliche Trennung von Arbeitern und Angestellten aufgehoben. Per 1.10.2005 wurde die Deutsche Rentenversicherung gegründet, und damit die bisherige Bundesanstalt für Versicherte (BfA) als Rentenversicherungsträger für Angestellte und die Landesversicherungsanstalten (LVA) als zuständiger Träger für Arbeiter und Handwerker abgelöst.
Als weiteres historisches Abgrenzungsmerkmal wurde im Rahmen der Krankenkassenreform zudem die bis dahin geltende Trennung von Arbeitern und Angestellten in Betriebskrankenkassen und Ersatzkassen aufgehoben. Damit können Sie als Arbeitnehmer Ihre jeweilige Krankenkasse im Wesentlichen frei wählen.

Keine Trennung von Arbeitern und Angestellten im Arbeits- und Sozialrecht

Fazit: Die Unterscheidung von Arbeitern und Angestellten hat arbeits- und sozialrechtlich keine Bedeutung mehr, da die historisch relevanten Abgrenzungsmerkmale im Wesentlichen abgeschafft worden sind. Auch das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geht nun von einer Gleichbehandlung aus.
Eine Unterscheidung in Lohn und Gehalt wird nicht mehr vorgenommen. Stattdessen wird insbesondere in Tarifverträgen einheitlich auf das Entgelt für erbrachte Arbeitsleistungen im Rahmen von Arbeitsverträgen verwiesen. Das entspricht im Übrigen auch der Formulierung im – für die Inhalte von Arbeitsverträgen maßgeblichen – Nachweisgesetz (NachwG).

18.08.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Frage: „Ich habe erst jetzt in meinen Lohnabrechnungen aus 2007 einen Fehler gefunden. Ich bin damals im Sommer durch den Meister und Vorarbeiter beurteilt und in eine höhere Lohngruppe eingruppiert worden. In der...

| 8. Januar 2010

Kündigen Sie Ihr Arbeitsverhältnis selber oder schließen Sie einen Aufhebungsvertrag, droht Ihnen eine Sperrzeit beim Bezug des Arbeitslosengeldes I. Die Sperrzeit beträgt in der Regel 12 Wochen und die Gesamtdauer des...

| 18. September 2010

Die Berechnung des pfändbaren Anteils des Arbeitsentgeltes erfolgt auf Basis der §§ 850 ff. ZPO. Dabei ist erst mal festzustellen, ob der Arbeitnehmer sein Gehalt auf monatlicher, wöchentlicher oder täglicher Basis bezieht....

| 19. August 2009
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft