23.10.2011

Fußballtrainer der 2. Liga verdient 20.000 €

Möchten Sie wissen, was ein Fußballtrainer der 2. Liga verdient? Dann müssen Sie nur das neue Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Hamm lesen (Urteil vom 11.10.2011, Az.: 14 Sa 543/11). Der SC Paderborn hatte sich nämlich von seinem ehemaligen Cheftrainer getrennt.  
Vertraglich hatten die Parteien vereinbart, dass der Trainer eine Grundvergütung von bis zu 15.000 € erhalten sollte und daneben ein Fahrzeug, eine Prämie für jeden Meisterschaftspunkt und eine Prämie für den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga.
Dann kam das, was wohl mit jedem Fußballtrainer irgendwann passiert: Er musste vorzeitig gehen und wurde freigestellt. Der SC Paderborn zahlte ihm dann nur noch die Grundvergütung und den Dienstwagen musste er auch binnen 4 Wochen abgeben.

Das ließ sich der Trainer nicht gefallen und klagte ca. 140.000 € ein. Er forderte die Punkteprämien, die zeitanteiligen Prämien und Schadenersatz für die Entziehung des Dienstwagens.

Nach dem LAG Hamm waren die Klauseln nach dem Arbeitsvertrag so nicht wirksam vereinbart worden. Deshalb konnte der SC Paderborn eine Kürzung während der Freistellung nicht vornehmen.

Fazit: Es ist gut zu erkennen, dass es auch für Bundesligatrainer das normale Arbeitsrecht gilt. Arbeitgeber dürfen nicht einfach Lohnbestandteile kürzen, wie es ihnen beliebt. Stets ist dazu ein sachlicher Grund erforderlich, wenn überhaupt Kürzungen möglich sind!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
So funktioniert eine Transfergesellschaft

Möglicherweise steht auch in Ihrem Betrieb die Gründung einer Transfergesellschaft an? Diese werden auch •    Auffanggesellschaft oder •    Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft... Mehr lesen

23.10.2017
Leiharbeit und Zeitarbeit – Mindestlohn für Leiharbeiter

Die Arbeitnehmerüberlassung wird auch Leiharbeit oder Zeitarbeit genannt. Gelegentlich kommen auch Begriffe wie Personalleasing oder AÜG vor. All diese Begriffe bezeichnen den Vorgang, dass ein Arbeitnehmer von seinem... Mehr lesen

23.10.2017
Betriebsrat bestimmt bei Zuordnung zu einer tariflichen Entgeltgruppe mit

Betriebsräte haben ein Mitbestimmungsrecht bei Eingruppierungen und Umgruppierungen. So steht es schon in § 99 Betriebsverfassungsgesetz. Das gilt jedenfalls dann, wenn in der Regel mehr als 20 wahlberechtigte Arbeitnehmer im... Mehr lesen