05.11.2009

Keine Gehaltszahlungen – wenn der Chef nicht mehr zahlt

„Wer kann mit helfen? Ich bekomme schon seit 3 Monaten kein Geld mehr. Was soll ich tun?“ 
Antwort:
Die Zahlung Ihres Lohns oder Gehalts ist die wesentliche Pflicht Ihres Arbeitgebers. Sie haben nun verschiedene Möglichkeiten, auf die Nichtzahlung zu reagieren.

  1. Gehen Sie zum Arbeitsgericht und dort zur Rechtsantragsstelle. Sagen Sie, dass Sie schon seit 3 Monaten kein Geld mehr bekommen und dass Sie eine Klage einreichen wollen. Am besten nehmen Sie auch den Arbeitsvertrag mit. Der Rechtspfleger wird dann für Sie eine Klage erheben und diese formulieren. Das kostet Sie auch maximal die Gerichtskosten. Rechtsanwaltskosten können Sie bei einem so einfachen Verfahren leicht sparen.
  2. Sie stellen sofort Ihre Arbeit ein und teilen Ihrem Arbeitgeber mit, dass Sie von Ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen. Es ist umstritten, wann Sie ein solches Zurückbehaltungsrecht haben. Wenn 2 Monatslöhne offen sind, steht es Ihnen aber auf jeden Fall zu. Ein Zurückbehaltungsrecht bedeutet, dass Sie nicht arbeiten müssen, aber trotzdem einen Anspruch auf Ihr laufendes Entgelt weiterhin haben.
  3. Denken Sie über eine Kündigung nach. Sie bekommen auch bei der Agentur für Arbeit keine Schwierigkeiten, wenn Sie selber kündigen. Niemand kann es Ihnen zumuten, umsonst zu arbeiten.
  4. Wenn Sie mit dem Geld nicht auskommen und die weiteren Voraussetzungen vorliegen, beantragen Sie Arbeitslosengeld II, also Hartz IV.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Wenn Ihr Arbeitgeber vorab kündigt

Vielleicht haben Sie sich schon auf Ihre neue Stelle gefreut? Und da flattert Ihnen als böse Überraschung schon vor Arbeitsantritt die Kündigung ins Haus. Zulässig ist das leider. Frist eingehalten – keine Ansprüche Hält... Mehr lesen

23.10.2017
Kein Anspruch auf Raucherraum

Köln – Seit über 40 Jahren raucht ein Beamter der Stadtverwaltung. Im März 2007 führt die Stadt mit Zustimmung des Personalrats für alle städtischen Dienstgebäude ein absolutes Rauchverbot ein. Zudem wurde eine... Mehr lesen

23.10.2017
3-wöchige Klagefrist gilt auch bei „falscher“ Kündigungsfrist

Der Fall: Ein Arbeitnehmer war zum Zeitpunkt seines Beschäftigungsbeginns am 1.8.1995 22 Jahre alt. Mit Schreiben vom 22.4.2008 erhielt der Arbeitnehmer seine Kündigung zum 31.7.2008 – also mit einer 3-monatigen... Mehr lesen