07.12.2010

Kellner müssen Wechselgeld mitbringen – Ist das in Ordnung?

Arbeitgeber lassen sich auch immer was Neues einfallen: Jetzt habe ich von einem Fall gehört, in dem ein Restaurantbesitzer mehrere Kellner beschäftigt. Die Kellner müssen allerdings ihr Wechselgeld zu Beginn ihrer Arbeitsschicht selber mitbringen. Tun sie das nicht, können sie gleich wieder nach Hause gehen und erhalten die Zeit auch nicht bezahlt.  
Wissen Sie was ich davon halte? Gar nichts! Die Betriebsmittel hat der Arbeitgeber zu stellen. Und bei einem Kellner ist das Wechselgeld eindeutig ein solches Betriebsmittel, ähnlich wie das Portmonee oder wie bei einem LKW-Fahrer der LKW oder einem Maschinisten die Maschine.

Spannend wird die Frage hier vor allem, was geschieht, wenn die „Kasse“ des Kellners am Ende der Schicht nicht stimmt. Ich habe da schon eine Vermutung: Der Kellner muss es aus eigener Tasche bezahlen. Auch das geht so nicht ohne Weiteres. Der Kellner muss natürlich für Schäden, die er verursacht, einstehen. Hier gibt es aber die Haftungsverteilung im Arbeitsrecht. So haftet der Kellner bei einer normalen Fahrlässigkeit allenfalls zur Hälfte. Bei einer leichten Fahrlässigkeit im Regelfall gar nicht und bei Vorsatz natürlich voll.

Mein Rechtstipp: Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, das Wechselgeld selber mitzubringen.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Welche Widerspruchsrechte haben Sie als Arbeitnehmer bei einer Abmahnung?

Erhalten Sie eine Abmahnung durch Ihren Arbeitgeber, sollten Sie erstmal in Ruhe überlegen, welche Schritte Ihnen ggf. zur Verfügung stehen, um gegen diese Maßnahme vorzugehen. Selbstverständlich sollten Sie im eigenen... Mehr lesen

23.10.2017
Frauen am Arbeitsplatz – Teil 2 – sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Frauen haben die gleichen Rechte wie Männer. Die betriebliche Realität sieht leider anders aus. Frauen verdienen häufig für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer. Auch finden sich Frauen in Führungspositionen noch immer... Mehr lesen