verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Sozialversicherung- und steuerrechtliche Behandlung von Azubis

Was gibt es bei Auszubildenden zu berücksichtigen? Lohnsteuerrechtlich und sozialversicherungsrechtlich sind sie wie normale Arbeitnehmer zu behandeln. Azubi und Arbeitgeber tragen jeweils die Hälfte der Beiträge zur Sozialversicherung. In der Krankenversicherung zahlt der Azubi den Zusatzbeitrag von 0,9 % alleine. Und auch lohnsteuerrechtlich haben Sie als Azubi die Lohnsteuerkarte bei Ihrem Ausbilder abzugeben.  
Viele Auszubildende verdienen jedoch weniger als 400 €. Hier gibt es dann doch einen wichtigen Unterschied: Die Grenzen für Mini-Jobs gelten hier nicht. Beträgt das beitragspflichtige Entgelt nicht mehr als 325 € im Monat, zahlt der Ausbildungsbetrieb die Beträge zu den Sozialversicherungen alleine. Sie müssen als Auszubildender nichts zahlen, sondern bekommen den vollen Betrag als netto ausgezahlt.

Die Fakten:

1. Bei einem jährlichen Bruttolohn von 3.900 € (325 € pro Monat brutto) bekommen Sie genau die 3.900 € netto ausgezahlt.

2. Bei einem Bruttolohn von 3.912 € (326 € pro Monat brutto) erhalten Sie lediglich 3.120,82 € netto ausgezahlt.
(Diese Berechnung basiert auf folgenden Daten: Steuerklasse I, keine Kinderfreibeträge, Bundesland NRW, gesetzliche Krankenversicherung mit 14 % und nicht älter als 23 Jahre.)

Also: Achten Sie also beim Abschluss des Ausbildungsvertrages genau hierauf: Haben Sie auch nur 1 € mehr als die 325 €, bekommen Sie wesentlich weniger pro Monat ausgezahlt.

22.03.2010
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

In einer kleinen Blog-Reihe in den nächsten Tagen informiere ich Sie darüber, welche Leistungen in Frage kommen und was Sie dabei beachten sollten, damit die Leistungen steuerfrei bleiben. Nicht alle Lohn- und Gehaltsanteile,...

| 20. Dezember 2010

Der Fall: Eine Bank hatte das Bonusvolumen für seine Angestellten auf insgesamt 400 Mio. € festgelegt. Dies wurde den Angestellten im Oktober 2008 mitgeteilt. Die Festlegung der individuellen Bonushöhe sollte mit einem...

| 24. November 2010

Ein homosexueller Angestellter einer Stadt wollte die Erhöhung einer Zusatzversorgung unter Berücksichtigung der Steuerklasse 3. Das hätte für ihn 302 € pro Monat mehr bedeutet.  

| 28. Juni 2011
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft