verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Arbeitsunfall auf Toilette

Hätten Sie das gewusst? Eine Frage mit einem sehr ernsthaften Hintergrund:
„Während der Arbeitszeit musste ich einmal zur Toilette. Dort bin ich so unglücklich gestürzt, dass ich mir zwei Lendenwirbel gebrochen habe. Muss nun die Berufsgenossenschaft zahlen?“ 
Meine Antwort: Von der Berufsgenossenschaft werden Sie vermutlich nichts erhalten. Es gibt einen ähnlichen Fall, der vom Landessozialgericht Bayern, Urteil vom 06.05.2003, Az.: L 3 U 323/01, entschieden wurde. Dort hatte eine Kollegin eine Toilettentür mit solcher Wucht aufgestoßen, dass eine Auszubildende die Tür vor den Kopf geschlagen wurde und sie erhebliche Kopfverletzungen davon trug.

Auch in diesem Fall musste die Berufsgenossenschaft nicht zahlen.

Bei dem Unglück handelt es sich nämlich nicht um einen Arbeitsunfall. Auf Betriebstoiletten besteht kein Versicherungsschutz. Versichert ist nur der Weg zur Toilette und wieder zurück zum Arbeitsplatz. Es handelt sich bei dem Toilettengang also nicht um ein betriebsbedingtes, sondern um ein privates „Geschäft“. Damit ist es von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht umfasst.

08.10.2009
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Psychische Probleme greifen immer mehr um sich. Dies ist auch sicherlich durch die harten Bedingungen am Arbeitsplatz begründet. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation leidet weltweit jeder 4. Arztbesucher an...

| 20. Dezember 2010

Anlässlich der rechten und linken Randale in Dresden stellt sich hier eine spannende arbeitsrechtliche Frage. Darf ein Zugführer der Deutschen Bahn den Transport von radikalen Demonstranten, seien sie rechtsradikal oder...

| 7. März 2011

Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitnehmer einen neuen Job aufnehmen und dann schnell krank werden. Grundsätzlich haben Sie nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für 6 Wochen, wenn die...

| 2. April 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft