verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Kündigung nach Organspende

Spenden Sie keine Organe! Das könnte zu einer Kündigung führen!

Das Arbeitsgericht Kassel hat in einem Kündigungsrechtsstreit einen Abfindungsvergleich vorgeschlagen.

Das war geschehen: Eine 43-jährige Frau hatte Ihrem schwer kranken Lebensgefährten eine Niere gespendet. Ihrem Arbeitgeber hatte Sie mitgeteilt, dass sie wegen der anschließenden Rehabilitation etwa 4 Wochen nicht zur Arbeit kommen könne.

Das Unternehmen meinte, es sei viel zu kurzfristig informiert worden. Daher kündigte es der Arbeitnehmerin fristlos.  
Wie höchstrichterlich mit einem solchen Fall umzugehen ist, ist noch nicht abschließend geklärt.

Nach meiner Ansicht besteht für einen Arbeitnehmer ein Anspruch auf einen unbezahlten Sonderurlaub, wenn er tatsächlich ein Organ an einen nahen Angehörigen spenden möchte.

Für mich ist in diesem Fall eine Kündigung ganz klar sittenwidrig!

Mein Tipp: In einem solchen Fall sollten Sie Ihrem Arbeitgeber auf jeden Fall frühzeitig, schriftlich und beweissicher von Ihrem Vorhaben unterrichten. Beantragen Sie Sonderurlaub. Desto schwerer wird er es haben, eine Kündigung vor Gericht durchzusetzen.

12.08.2010
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Was für ein Fall: Eine Arbeitnehmerin hat eine Kündigung erhalten. Oder besser gesagt: Sie hat sie nicht erhalten. Der Briefträger hat die Kündigung in den falschen Briefkasten geworfen. Als der Nachbar nach Rückkehr aus...

| 15. Oktober 2009

Ein Mitarbeiter eines Möbelhauses gab einer Kollegin einen „Klaps auf den Po“. Darauf erhielt er eine Abmahnung. Sechs Monate später forderte der Mitarbeiter eine andere Kollegin auf, ihre körperlichen Vorteile mehr in den...

| 2. Februar 2012

Dieses Urteil sorgt für Unruhe bei Arbeitnehmern: Ein Arbeitnehmer ist bereits seit 1997 als Kraftfahrer bei seinem Arbeitgeber tätig. Er ist schwerbehindert und untergewichtig. Seit Herbst 2009 war er arbeitsunfähig erkrankt....

| 18. Oktober 2011
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft