verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Samstags krank beim Tag der offenen Tür – Ansprüche?

02.11.2010

Folgender Fall hat sich letzten Samstag abgespielt: Ein Autohaus in Bielefeld hatte Tag der offenen Tür. Alle Arbeitnehmer im Verkauf hatten die Verpflichtung anwesend zu sein. Für diesen Tag sollte ihnen ein Tag Urlaub gutgeschrieben werden. Einer der Verkäufer ist nun ausgerechnet an diesem Tag erkrankt und konnte seine Arbeit nicht aufnehmen. Wie ist die Rechtslage?  
Die Antwort ist klar: Nach § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Das gilt jedenfalls dann, wenn in Folge der Krankheit er an seiner Arbeitsleistung verhindert ist, oder dass ihm ein Verschulden trifft. Die Kontrollfrage lautet also: Hätte er gearbeitet, wenn er gesund gewesen wäre? Ja, dann wäre er samstags bei der Arbeit erschienen. Also hat er einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Es muss durch den Arbeitgeber das normale Stundenentgelt oder das tägliche Gehalt fortgezahlt werden.

Und was ist mit der Gutschrift des Urlaubstages?
Das Gesetz sieht eine andere Regelung vor. Danach haben Sie einen Anspruch auf Entgelt und nicht auf eine Gutschrift eines Urlaubstages. Wenn Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber daraufhin allerdings geeinigt haben und Sie Ihre tatsächlichen Ansprüche damit als erfüllt ansehen, kann auch so verfahren werden.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Eine vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Das Hessische Landesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 08.02.2010, Az.: 16 Sa 890/09, folgenden Sachverhalt zu beurteilen: 

| 25. Juni 2010

Häufig wissen selbst die Krankenkassen und die Agentur für Arbeit nicht genau, wer bei einem Beschäftigungsverbot wegen einer Schwangerschaft zu zahlen hat. Mich erreichte sinngemäß folgende Frage: „Es besteht bei mir eine...

| 25. September 2009

Ein Arbeitnehmer war arbeitsunfähig erkrankt. Wie es das Gesetz vorsieht, hat er am 4. Tag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, den sogenannten „Gelben Schein“, bei seinem Arbeitgeber abgegeben. Insgesamt war er...

| 6. Mai 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft