06.04.2018

Stress am Arbeitsplatz erkennen und vermeiden

Die Statistiken zeigen es: Immer häufiger erkranken Beschäftigte aufgrund psychischer Belastungen und Stress am Arbeitsplatz. Was Stress im Arbeitsleben verursachen kann, habe ich Ihnen in diesem Beitrag zusammengestellt. Werden Sie auch hier aktiv und wirken Sie Stressfaktoren entgegen.

Stressfaktor 1: Ungünstige Arbeitsplatzgestaltung

Eine optimale Gestaltung der Arbeitsplätze bewirkt nicht nur ein besseres Gefühl, sondern senkt tatsächlich auch den Stresspegel von Beschäftigten. Lärm, Enge, schlechte Beleuchtung etc. spielen eine wesentliche Rolle, wie der Arbeitsplatz empfunden und wahrgenommen wird. Dies ist sicherlich unterschiedlich bei jedem Menschen, subjektiv gesehen kann aber eine ungünstige Arbeitsplatzgestaltung den Stresspegel erheblich erhöhen.

Anhand des folgenden kleinen Tests können Sie überprüfen, inwieweit Ihre Arbeitsplätze in Ihrer Dienststelle optimal gestaltet sind:

Test: Arbeitsplatzgestaltung prüfen

  1. Werden die Kolleginnen durch die Geräuschlulisse gestört und somit unter Stress gesetzt?
  2. Haben die Kolleginnen genügend Platz an ihrem Arbeitsplatz oder arbeiten sie dicht gedrängt?
  3. Gibt es ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz?
  4. Hat der Raum die richtige Temperatur; gibt es ausreichend Kühlung, Lüftung und Heizung?
  5. Ist der Pausen- und Sozialraum der Kolleginnen angenehm gestaltet und ausreichend groß?
  6. Entspricht die Bestuhlung an Computerarbeitsplätzen den jeweiligen Bedürfnissen der Kolleginnen?

Überzeugen Sie Ihren Arbeitgeber davon, dass es sinnvoll ist, einen Arbeitsplatz optimal auszugestalten, um den Stresspegel der Kolleginnen zu senken. Dies wird in der Konsequenz auch den Krankenstand in Ihrer Dienststelle vermindern.

Stressfaktor 2: Steigendes Arbeitspensum und höhere Arbeitsverdichtung

Immer wieder wird berichtet, dass das Arbeitspensum und insgesamt die Arbeitsverdichtung zunehmen. Dies ist eine der größten Stressursachen, die in jüngerer Zeit zu erkennen sind.

Sie als Gleichstellungsbeauftragte sollten das wie der Personalrat im Blick behalten und untersuchen, bei welchen Tätigkeitsfeldern diese Verdichtungen zu erkennen sind. Vergessen Sie hierbei nicht, dass gerade auch typische Frauenarbeitsplätze, wie etwa PC-Arbeitsplätze, Sachbearbeitung und Ähnliches, betroffen sein können.

Ist dies der Fall, machen Sie umgehend von Ihren Rechten Gebrauch und regen Sie Maßnahmen an. Hier kann Ihnen der nachstehende kleine Test weiterhelfen, zu erkennen, wann das steigende Arbeitspensum zu Stress führt.

Test: Arbeitsverdichtung prüfen

  1. Haben in bestimmten Abteilungen die Tätigkeitsfelder und Arbeitsbereiche der Beschäftigten stark zugenommen?
  2. Werden Arbeitnehmerinnen, die gekündigt haben oder denen gekündigt wurde, ersetzt oder werden Aufgaben lediglich an die verbliebenen Kolleginnen umverteilt?
  3. Gibt es einen Pool für Vertretungen für Erkrankte?
  4. Werden Eltern zeitnah und ausreichend während der Elternzeit vertreten?
  5. Werden Arbeitszeitreduzierungen durch zusätzliche Kräfte aufgefangen oder wird schlicht umverteilt?

Stressfaktor 3: Umstrukturierungsmaßnahmen

Gerade der öffentliche Dienst befindet sich in einem stetigen Wandel. Wenn Umstrukturierungen oder gar Privatisierungen in Ihrer Dienststelle anstehen, so ist das für die Beschäftigten mit einem hohen Stress verbunden.

Für gewöhnlich bereiten Veränderungen Angst. Sorgen Sie dafür, dass die Beschäftigten hinreichend informiert werden, welche Veränderungen ins Haus stehen und was diese für sie bedeuten.

Drängen Sie beim Arbeitgeber immer wieder darauf, dass Klarheit für die Beschäftigten zu schaffen ist, damit sie sich auf veränderte Situationen einstellen können. Auch hier sollten Sie argumentativ vorbringen, dass so der Stresslevel der Beschäftigten gesenkt werden kann und insoweit auch krankheitsbedingte Ausfälle vermindert werden.

Stressfaktor 4: Veränderte Kommunikation

Durch die zunehmende Digitalisierung und das Internet werden Beschäftigte heute in die Lage versetzt, stets und immer erreichbar zu sein, und müssen zudem häufig Anfragen etc. unmittelbar und schnell bearbeiten. Auch dies kann für sie ein ungeheurer Stress sein. Regen Sie an, E-Mails und Anfragen nur zu festen Zeiten zu bearbeiten, sodass Beschäftigte nicht ständig unter Reaktionsdruck geraten.

Fazit: Stresspotenzial ist höher geworden 

Der Stress von außen ist im Erwerbsleben größer geworden. Hauptursachen sind sicherlich die Arbeitsverdichtung und die Digitalisierung der Arbeitswelt. Arbeitgeber sind daher heute in besonderer Weise gefordert, diese äußeren Anforderungen möglichst zu begrenzen. Sie als Gleichstellungsbeauftragte können hier wertvolle Anregungen geben.

Nutzen Sie Ihre Initiativrechte und regen Sie Stress reduzierende Maßnahmen an. Holen Sie hierzu den Personalrat ins Boot; auch er dürfte ein Interesse daran haben, den Stresspegel für die Beschäftigten zu senken.

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