18.08.2010

Wiedereingliederung nach Arbeitsunfähigkeit

Sind Sie länger erkrankt? Dann hilft Ihnen vielleicht § 74 SGB V weiter. Können Sie nach einer ärztlichen Feststellung Ihre bisherige Tätigkeit nur teilweise verrichten, oder können Sie durch eine stufenweise Wiederaufnahme Ihrer Tätigkeit voraussichtlich besser wieder in das Erwerbsleben eingegliedert werden, gilt Folgendes: Ihr Arzt soll Ihnen dies bescheinigen und mit Zustimmung der Krankenkasse die Stellungnahme des medizinischen Dienstes einholen. 
Ihr Arbeitgeber hat grundsätzlich keine Pflicht, einer von Ihnen angebotenen stufenweisen Wiedereingliederung zuzustimmen. Sind Sie arbeitsunfähig, muss er Sie nicht beschäftigen. Ihr Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, eine nur eingeschränkte Arbeitsleistung anzunehmen (Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 13.06.2006, Az.: 9 AZR 229/05).

Allerdings kann er Ihnen dann im Gegenzug auch nicht ohne Weiteres kündigen. Will er Ihnen trotzdem kündigen, so wird er sich vorhalten lassen müssen, dass Sie mit der Wiedereingliederung hätten arbeiten können und somit die Arbeitsunfähigkeit überwunden hätten.

Wichtig: Ihr Arbeitgeber muss Ihnen bei einer Wiedereingliederung kein Gehalt zahlen. Letztendlich erbringen Sie auch keine Arbeitsleistung im eigentlichen Sinne. Außerdem bekommen Sie in der Regel Krankengeld von der Krankenkasse.

Noch wichtiger: Sind Sie längerfristig erkrankt, machen Sie Ihrem Arzt den Vorschlag einer Wiedereingliederung. Manchmal müssen auch Ärzte erst auf den richtigen Weg gebracht werden.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Weihnachten 2010 – Der erste Tag

Frohe Weihnachten! Hatten Sie auch gestern einen schönen Heiligen Abend? Ich finde es immer richtig gemütlich, wenn alle vor dem Tannenbaum sitzen und die Geschenke auspacken können. Am meisten freue ich mich dann über meinen... Mehr lesen

23.10.2017
Kettenbefristungen im öffentlichen Dienst – Bald ist Schluss!

Vor einigen Monaten hatte ich Ihnen bereits vom Vorlagebeschluss des Landesarbeitsgerichts (LAG) Köln an das Bundesarbeitsgericht (BAG) berichtet: Eine Arbeitnehmerin war im öffentlichen Dienst beschäftigt und hatte insgesamt... Mehr lesen

23.10.2017
Verpassen Sie bloß keine Ausschlussfrist – Es steht viel für Sie auf dem Spiel

Was in Ihrem Arbeitsvertrag gilt, das müssen Sie und Ihr Arbeitgeber erfüllen. So ist es in der Regel. Aber es gibt so genannte Ausschlussfristen. Die stehen entweder im Arbeitsvertrag, in einem Tarifvertrag oder auch in einer... Mehr lesen