06.09.2010

Exzessives Mailen kann eine „Fristlose“ rechtfertigen

Der Fall:
Einem Arbeitnehmer war ohne vorherige Abmahnung außerordentlich gekündigt worden. Grund: Er hatte seinen Dienst-PC über Wochen fast ausschließlich privat genutzt. Nur wenige Minuten seiner Arbeitszeit hatte er dazu verwendet, um zu arbeiten. Dennoch klagte der Arbeitnehmer gegen seine fristlose Entlassung.

Das Urteil:
Er verlor. Der Arbeitgeber konnte nachweisen, dass der Arbeitnehmer den Dienst-PC exzessiv für seinen privaten E-Mail-Verkehr benutzt hatte. Der Beweis hierfür gelang etwa durch Vorlage von Protokollen, aus denen hervorging, dass der Arbeitnehmer mehrere Wochen über seinen Arbeitscomputer in Erotik-Chatrooms eingeloggt war und dort zahlreiche Stunden täglich gechattet hatte. Dadurch hatte er verständlicherweise massive Arbeitsrückstände angesammelt. Wer aber seine Arbeitspflicht derart verletzt, dem kann auch ohne Abmahnung außerordentlich gekündigt werden (LAG Niedersachsen, 31.5.2010, 12 Sa 875/09).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Welche Mitbestimmungsrechte hat Ihr Betriebsrat bei einer Abmahnung?

Sofern es in Ihrem Betrieb einen Betriebsrat gibt, stehen diesem nach dem Betriebsverfassungsgesetz in einer Reihe von Fragen konkrete Mitbestimmungs-, Anhörungs- oder Informationsrechte zu.   Kein Mitbestimmungsrecht des... Mehr lesen

23.10.2017
Schritt für Schritt zurück in die Arbeitswelt

Vielleicht sind Sie oder auch ein Verwandter, Freund oder Kollege durch einen Unfall oder anderen Unglücksfall schwerbehindert geworden und so plötzlich aus Ihrem gewohnten Leben gerissen worden. Dann ist es oft hilfreich, so... Mehr lesen

23.10.2017
So machen Sie als Schwerbehindertenvertretung einen guten Job

Die Zahl der Einzelpläne hängt im Wesentlichen von der Anzahl Ihrer schwerbehinderten Kollegen und dem Umfang Ihrer Freistellung ab. Mögliche Planungsinstrumente für Sie als Schwerbehindertenvertretung sind der Tagesplan,... Mehr lesen