14.11.2010

Falschgeld in der Kasse: „Fristlose“ ist rechtens

Der Fall: Eine Arbeitnehmerin war als Kassenkraft tätig. Bei einer Kassenprüfung wurde festgestellt, dass von den 828 € in der Kasse Scheine im Nennwert von 650 € gefälscht waren. Das Falschgeld war leicht auszumachen; so waren z.B. Vorder- und Rückseite einfach aufeinandergeklebt worden. Da das sofort hätte auffallen müssen, ging der Arbeitgeber davon aus, dass die Arbeitnehmerin das Geld selbst aus der Kasse gegen Falschgeld getauscht hatte. Er kündigte ihr deshalb fristlos, hilfsweise mit sozialer Auslauffrist. Die Arbeitnehmerin klagte.

Das Urteil: Das Gericht wies die Klage aber zurück. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso der Arbeitnehmerin die dilettantischen Fälschungen nicht aufgefallen sein wollen (LAG Hamm, 26.8.2010, 17 Sa 537/10).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Initiativrechte: Das große ABC Ihrer Initiativrechte von A bis Z – Teil 1

Sie haben grundsätzlich ein Informations- und Beratungsrecht bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsabläufen und der Arbeitsumgebung, § 90 BetrVG. Weiterhin steht Ihnen gemäß § 91 BetrVG ein Initiativrecht zu, wenn... Mehr lesen

23.10.2017
Aussperrung

Als Aussperrung bezeichnet man die vorübergehende Freistellung von Arbeitnehmern von der Arbeitspflicht durch einen Arbeitgeber in einem Arbeitskampf ohne Fortzahlung des Arbeitslohnes. Sie ist üblicherweise die Antwort der... Mehr lesen

23.10.2017
Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten

Haben Sie in Ihrem Arbeitsvertrag auch eine solche Klausel: „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten.“ Diese oder ähnliche Formulierungen finden sich in vielen Arbeitsverträgen – und immer wieder gibt es darüber... Mehr lesen