20.11.2009

Kündigung während der Ausbildung

„Herr Schrader, ich habe ein großes Problem. Ich bin in Ausbildung und mein Arbeitgeber ist in Insolvenz gegangen. Ich habe dann ziemlich rasch einen Nachfolgebetrieb gefunden, der jedoch die letzten 2 Monate die Ausbildungsvergütung einfach auf die Hälfte reduziert hat. Jetzt wurde mir nach Ablauf der Probezeit gekündigt. Im Sommer 2010 habe ich meine Abschlussprüfung. Was soll ich jetzt tun?“ 

Antwort: „Sie sollten schnellstmöglich einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen. Ärgerlich ist es natürlich immer, wenn ein Betrieb insolvent wird. Als Arbeitnehmer kann man in der Regel nicht viel tun, es sei denn, der Betrieb wird nach der Insolvenz fortgeführt.

Aber Sie haben ja bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Gesetzlich ist eine 4-monatige Probezeit vorgesehen. Nach Ablauf der Probezeit können Sie nur noch aus wichtigem Grund gekündigt werden. Dies sind also schwerwiegende Gründe wie bspw. bei einem Diebstahl, einer Beleidigung des Arbeitgebers oder Ähnlichem.

Dazu kommt noch, dass eine Kündigung umso schwerer für den Arbeitgeber durchzusetzen sein wird, je näher die Prüfung liegt.

Also: Gehen Sie zu einem Anwalt und gehen Sie gegen die Kündigung vor. Und natürlich ist eine einseitige Reduzierung der Ausbildungsvergütung nicht möglich. Zudem sollten Sie bei der „Aufsichtsbehörde“, die Ihren Berufsausbildungsvertrag genehmigt hat, eine Mitteilung machen.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Die 7 wichtigsten Arbeitnehmerfragen zur Kündigung

Wenn es um eine Kündigung geht, sind Sie als Personalrat auf verschiedenen Ebenen beteiligt. Natürlich hat Ihr Dienstherr Sie anzuhören. Außerdem sprechen Sie im Regelfall auch mit Ihrer Kollegin oder Ihrem Kollegen, der die... Mehr lesen

23.10.2017
Leiharbeit – Leiharbeitnehmer und Einstellung – Teil 2

Gestern hatte ich Ihnen über Leiharbeit berichtet. Dazu habe ich mehrere E-Mails erhalten. Offensichtlich ist der Informationsbedarf relativ groß. Kein Wunder, wenn immer mehr Arbeitnehmer als Leiharbeiter beschäftigt werden.... Mehr lesen

23.10.2017
Von 400 auf 450 € – Soll die Geringfügigkeitsgrenze angehoben werden?

Die Bundesregierung will die Verdienstgrenzen bei den Minijobs auf 450 € anheben. Für die so genannten Midijobber soll sie auf 850 € steigen. Nun ist Ihre Meinung gefragt: Es gibt über 7 Millionen 400-€-Jobs. Was halten... Mehr lesen