15.01.2010

Kündigungsfrist 3 Monate zum Quartalsende

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer: 3 Monate zum Quartalsende?

Frage: „In meinem Arbeitsvertrag steht, dass die Kündigungsfrist 3 Monate zum Quartalsende eingehalten werden muss. Ich bin mir jetzt nicht sicher, was das bedeutet. Kann ich immer nur am 01.03., 01.06., 01.09. und 01.12. kündigen? Wenn ich kündigen will, muss ich meine Kündigung dann zum 01.03. abgeben, weil mein frühester Ausstiegstermin erst der 01.06. ist?“ 

Antwort: Zunächst bitte ich Sie noch einmal zu prüfen, für wen diese Kündigungsfrist gilt, also nur für den Arbeitgeber oder auch für Sie als Arbeitnehmer. So wie Sie es beschrieben haben, scheint es allerdings für beide Parteien zu gelten, also auch für Sie.

Für Ihren Arbeitgeber kann eine andere Kündigungsfrist gelten

Durch das Gesetz wird in § 622 Abs. 2 BGB die Kündigungsfrist ab bestimmten Betriebszugehörigkeitszeiten für Ihren Arbeitgeber verlängert. Insoweit ist es möglich, dass die Klausel bei einer Kündigung durch Ihren Arbeitgeber unwirksam ist. So ist nach dem Gesetz beispielsweise nach einer Betriebszugehörigkeit von 10 Jahren eine Kündigungsfrist von 4 Monaten möglich.

Der Vertragspassus bedeutet für die gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitnehmer konkret

Sie müssen eine Kündigungsfrist von 3 Monaten einhalten und eine Kündigung ist immer nur zu einem bestimmten Termin, nämlich zum Quartalsende möglich. Das ist der 31.03., der 30.06., der 30.09. und der 31.12. Zu diesen Terminen können Sie kündigen, wenn die Kündigung 3 Monate vorher zugegangen ist. Wollen Sie also zum 31.03. kündigen, hätte die Kündigung bereits im Dezember 2009 Ihrem Arbeitgeber zugegangen sein müssen. Deshalb können Sie lediglich noch bis zum 31.03.2010 eine Kündigung zum 30.06.2010 übergeben. Sie haben hier also selbst eine recht lange Kündigungsfrist einzuhalten.

Dies sind die Kündigungsfristen für Arbeitnehmer im Einzelnen in einer Übersicht

  • Kündigungszugang bis zum 31. März:
Kündigung wird zum 31. Juni wirksam
  • Kündigungszugang bis zum 30. Juni:
Kündigung wird zum 30. September wirksam
  • Kündigungszugang bis zum 30. September:
Kündigung wird zum 31. Dezember wirksam
  • Kündigungszugang bis zum 31. Dezember:
Kündigung wird zum 31. März des Folgejahres wirksam

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Vergütung von Praktikanten

Da hatte ein Arbeitgeber wirklich wieder einmal eine tolle Idee: Ein Verlag setzte eine Dipl.-Ingenieurin für Innenarchitektur als Praktikantin ein. Sie sollte für 6 Monate befristet in Vollzeit für eine Bruttomonatsvergütung... Mehr lesen

23.10.2017
Das Wichtigste zum Präventionsverfahren

Dass Dienstherren, die schwerbehinderte Menschen beschäftigten, diesen gegenüber besondere Pflichten haben, wissen Sie als Personalrat. Die bekannteste dieser Pflichten ist der besondere Kündigungsschutz nach den §§ 85 ff.... Mehr lesen

23.10.2017
Angeblicher Zeitarbeitnehmer erhält unbefristeten Arbeitsvertrag

Zeitarbeit ist ein heikles Thema. Denn ähnlich wie bei den befristeten Verträgen bedienen sich Arbeitgeber des Modells, um flexibel zu bleiben. Das dürfen sie auch, solange sie sich an bestimmte Bedingungen halten. Tun sie es... Mehr lesen

Das sagen unsere Leser

„Betriebsrat aktuell“ ist sehr übersichtlich, aktuelle Themen werden behandelt und die Informationen sind gut zu verwerten. Betriebsrat aktuell gehört in jedes Betriebsratsbüro!

Andre Heymann, Betriebsratsvorsitzender

Die Praxisnähe und die Checklisten machen „Urteilsdienst für den Betriebsrat“ für mich zu etwas Besonderem. Lorem Ipsum Dolor amid.

Carmen Behrend, Betriebsrätin

Proactively ipsum media appropriately materials without lorem networks that native cultivate daycare without client locavoire is evolve cross unit dolore niet.

Carmen Behrend, Betriebsrätin

Andre Heymann, Betriebsratsvorsitzender

„Betriebsrat aktuell“ ist sehr übersichtlich, aktuelle Themen werden behandelt und die Informationen sind gut zu verwerten. Betriebsrat aktuell gehört in jedes Betriebsratsbüro!

Paul Steiner, Betriebsrat

In meiner Arbeit als Betriebsrat muss ich mich oft mit meinem Arbeitgeber auseinandersetzen. Nur oft weiß ich gar nicht wie ich plätzliche Angriffe seinerseits kontern soll. „Urteilsdienst für den Betriebsrat“ hat mir viele wirksame rhetorische Kniffe gezeigt, mit denen ich meine Schlagfertigkeit steigern konnte.