27.04.2010

Lästern gegenüber Kunden: Wo die Kündigung an Grenzen stößt

Der Fall:
Ein Außendienstler hatte gegenüber Repräsentanten eines Kunden geäußert, dass einer seiner Geschäftsführer ganz offenkundig ein Alkoholproblem habe. Letzterer habe sogar schon einmal die Orientierung verloren und im Garten übernachtet.

Und ein weiterer Geschäftsführer sei völlig ungeeignet, einen Betrieb zu führen. Als der Arbeitgeber davon erfuhr, kündigte er das Arbeitsverhältnis fristlos, hilfsweise ordentlich. Der Außendienstler klagte.

Das Urteil:
Die fristlose Kündigung wurde abgewiesen, die fristgerechte aber nicht. Grund:
Es gehört zu den vertraglichen Nebenpflichten eines Vertriebsmitarbeiters, sich gegenüber Kunden und deren Repräsentanten nicht derart über die Führungsriege zu äußern. Eine fristlose Kündigung ist aber nicht gerechtfertigt, denn diese setzt eine besonders schwere, den Betroffenen kränkende Beleidigung aus gehässigen Motiven voraus. Und dies liegt hier nicht vor (LAG Hannover, 12.2.2010, 10 Sa 569/09).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Arbeitsbescheinigung (Verweis Arbeitspapiere)

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer auf dem amtlichen Vordruck der Arbeitsagentur eine Arbeitsbescheinigung ausstellen. Alle Angaben, die der Arbeitnehmer zur Geltendmachung des... Mehr lesen

23.10.2017
1-%-Regelung gilt für jeden privat genutzten Dienstwagen

Der Fall: Führt ein Steuerpflichtiger kein Fahrtenbuch, werden abrechnungstechnisch für den privaten Nutzungsanteil eines betrieblichen Fahrzeugs pauschal 1 % des inländischen Bruttolistenpreises angesetzt. Ein... Mehr lesen

23.10.2017
Warum die genaue Formulierung im Arbeitsvertrag so wichtig ist

Der Fall: Ein Diplom-Ingenieur hatte zumindest in den Jahren 2002 bis 2007 jeweils ein Weihnachtsgeld in Höhe eines Bruttomonatsverdienstes bekommen. Ein ausdrücklicher Vorbehalt war bei der Zahlung nie erklärt worden. Wegen... Mehr lesen