27.04.2010

Schlechte Deutschkenntnisse ermöglichen Kündigung durch Arbeitgeber

Der Fall:
Ein Spanier war seit 1978 als Produktionshelfer beschäftigt. 2001 hatte er dann eine Stelle akzeptiert, die auch Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift erforderte.
Der Spanier absolvierte daraufhin einen Deutschkurs;

Folgekurse lehnte er aber ab. Später zeigte sich, dass der Arbeitnehmer Arbeits- und Prüfanweisungen nicht lesen konnte. Deshalb forderte ihn der Arbeitgeber auf, seine Deutschkenntnisse spürbar zu verbessern.

Eine spätere erneute Aufforderung verband der Arbeitgeber mit dem Hinweis, dass der Arbeitnehmer mit einer Kündigung rechnen müsse, wenn er seine Kenntnisse nicht nachweisen kann. Der Beschäftigte reagierte aber nicht und die Kündigung folgte. Hiergegen klagte der Spanier – er fühlte sich wegen seiner ethnischen Herkunft benachteiligt.

Das Urteil:
Die Klage hatte aber keinen Erfolg. Es liegt keine Diskriminierung vor. Der Arbeitgeber darf für die Tätigkeit ausreichende Deutschkenntnisse verlangen, vor allem auch, weil der Mitarbeiter ausreichend Gelegenheit zum Spracherwerb hatte (BAG, 28.1.2010, 2 AZR 764/08).

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Diskriminierung „älterer“ Bewerber

Der Fall: Ein 1958 geborener Volljurist hatte sich auf eine Stellenanzeige in einer juristischen Fachzeitschrift beworben. Gesucht wurde „ein(e) junge(r) engagierte(r) Volljuristin/Volljurist“. Der Bewerber wurde aber nicht... Mehr lesen

23.10.2017
Arbeit an Feiertagen – Zuschläge – Weihnachten

Heute ist Heiligabend. Müssen Sie arbeiten, und womöglich morgen und übermorgen auch? Zu diesem Problemkreis habe ich eine spannende Frage erhalten.  Mehr lesen

23.10.2017
Betriebsverfassungsgesetz – Ihre Rechte als Betriebsrat – Heute: Personelle Einzelmaßnahmen

Betriebsräten kommt eine zentrale Rolle im Arbeitsalltag zu. Das Betriebsverfassungsrecht regelt die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Betrieb und schränkt die Weisungsbefugnisse des Arbeitgebers ein.... Mehr lesen