27.01.2011

WDR-Redakteur muss wieder eingestellt werden

Die Schleichwerbung im öffentlich rechtlichen Fernsehen zieht immer weitere Kreise. Nun wurde auch einem bekannten Redakteur und Autor des WDRs eine solche Schleichwerbung unterstellt.  
Ihm wurde vorgeworfen, in einem Filmbericht über ein Medikament berichtet zu haben. Dieses sei angeblich wirkungsvoll, jedoch von der Pharmaindustrie abgelehnt worden. Das ist soweit auch nicht zu beanstanden. Das Problem bei der Geschichte: Zeitgleich mit der Einführung des Medikaments auf dem Markt hat der Redakteur ein eigenes Buch herausgebracht. Das Thema dieses Buches belief sich genau zu dem Thema, zu dem er den Fernsehbericht gemacht hatte.

Das wollte sich der WDR nicht bieten lassen. Nach dessen Meinung ergebe sich aus einer Vielzahl von E-Mails, dass die Fernsehsendung, die Markteinführung des Medikaments und das Erscheinen des Buches aufeinander abgestimmt gewesen wären.

Das Arbeitsgericht Köln hat sich mit diesen Argumenten gar nicht so sehr auseinandergesetzt. Da der Arbeitnehmer bereits seit 1988 beim WDR als Redakteur und Autor beschäftigt war und bereits zahlreiche Auszeichnungen für seine journalistische Arbeit erhalten hatte, hielt es die Kündigung schlicht und ergreifend für unwirksam. Nach der vorgenommenen Interessenabwägung sei eine Kündigung angesichts des langjährigen Arbeitsverhältnisses nicht gerechtfertigt gewesen (Urteil vom 20.01.2011, Az.: 6 Ca 4641/10). Glück gehabt!

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
So überwinden Sie Ausschlussfristen

Kennen Sie Ausschlussfristen? Schauen Sie einmal in Ihren Arbeitsvertrag oder in den für Ihr Arbeitsverhältnis geltenden Tarifvertrag. Häufig finden sich solche Formulierungen: „Sämtliche Ansprüche aus dem... Mehr lesen

23.10.2017
Insolvenz – Wann ist der Betriebsübergang ein wirklicher Betriebsübergang?

Es ist Normalität, dass ganze Unternehmen oder auch Betriebsteile an ein anderes Unternehmen verkauft werden. Wenn der Inhaber des Betriebs- oder Betriebsteils wechselt, spricht man von einem Betriebsübergang. Für Sie als... Mehr lesen

23.10.2017
Ein Blick auf die soziale Situation: Werden die Beschäftigten in einer WfbM fair behandelt? Vergleichen Sie als SBV kritisch!

Die Aufgaben einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) sind in § 136 Sozialgesetzbuch (SGB) IX beschrieben und geregelt. WfbM in der Bundesrepublik Deutschland sind keine klassischen Erwerbsbetriebe, sondern Einrichtungen... Mehr lesen