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Von 100 auf 0 — Stresssituationen meistern

27.06.2016

Wenn der Kopf ständig rotiert und allerlei Gedanken — geschäftlich wie auch privat — verhindern, dass man zur Ruhe kommt, ist er da: der Punkt, an dem Sie gedanklich mit Hochgeschwindigkeit auf eine Mauer zurasen. Wer jetzt nicht die Notbremse zieht, riskiert den großen Knall.

Wie sie die geistige Notbremse ziehen, um einen Crash zu vermeiden lesen Sie in diesem Artikel.

Stellen Sie sich vor: Es ist Dienstag, etwa 18:00 Uhr. Morgen steht die Fachmesse an, und der Vortrag, den Sie dort als Experte halten sollen, ist noch nicht fertig. Für Ihren Azubi ist es der 1. Messebesuch, deshalb müssen Sie die meisten Aufgaben selbst fertigstellen.

Ihr Kunde erwartet darüber hinaus seit gestern ein Angebot, Ihre Tochter hat morgen Abend einen Auftritt mit dem Schulchor, den Sie voraussichtlich verpassen, und es warten noch mindestens 10 private und geschäftliche Kontakte auf Ihren Rückruf.

Plötzlich stürzt Ihr PC ab – inklusive mehrerer nicht gespeicherter Anschreiben und der halbfertigen Präsentationsfolien. Was tun Sie?

Aufregen kostet mehr Zeit als ein geistiger Neustart

Sich aufregen? Auf die verdammte Technik schimpfen, dass es Ihren Puls hochtreibt und Sie nur noch rotsehen? So vergehen etwa 10 Minuten, ohne dass Sie etwas schaffen. Ein Alternativvorschlag: Während Sie den PC hochfahren lassen, wenden Sie sich von Ihrem Platz ab, schließen die Bürotür und öffnen das Fenster. Statt Produktivität zu erzwingen, sorgen Sie nun dafür, dass Sie Ihre Energie wieder gezielt einsetzen können.

Mit etwas Übung und einfachen Maßnahmen können Sie in solchen Situationen Ihre Konzentrationsfähigkeit steigern, Ihre Gedächtnisleistung erhöhen und Ihre Wahrnehmung fokussieren.

Langeweile ist Phase 1

Hört sich zu schön an, um wahr zu sein? Ist aber möglich – mit Meditation. Und bevor Sie nun denken: „Hab ich schon probiert, funktioniert bei mir nicht“, möchte ich Ihnen versichern: Wenn Ihnen beim 1. Meditationsversuch langweilig war, befanden Sie sich auf einem guten Weg. Bevor eine entspannende Wirkung entsteht, empfinden Anfänger gelegentlich Unruhe und ein Gefühl von Langeweile beim Ausführen der Entspannungsübungen. Bis Sie diese Phase nicht überwunden haben, können Sie kaum beurteilen, ob Meditation Ihnen helfen kann, sich zu fokussieren und einem emotionalen Frontalcrash vorzubeugen.

Hirntuning fürs Büro

Wichtig ist, dass Sie sich dafür öffnen, herauszufinden, welche Wirkung die Meditationsübungen auf Sie haben. Am besten ist es, wenn Sie bei der Übung gar nicht denken und einfach einmal loslassen. Zuvor sollte Ihre Motivation aus Neugier und Belohnung bestehen: „Das habe ich mir jetzt verdient“, „Diese 5 Minuten sind jetzt allein für mich.“ Gehen Sie ohne Skepsis an die Sache heran – schaden kann es ohnehin nicht.

Sie empfinden also die Lust, sich von schlechten Gedanken freizumachen und sich auf das Wesentliche zurückzubesinnen. Dann eignen sich 2 einfache Übungen:

1. Neue Energie mit dem Atem aufnehmen

Stehen Sie fest verwurzelt auf dem Boden, die Füße sind hüftbreit auseinander. Atmen Sie nun durch die Nase ein, und fühlen Sie, wie Ihr Atem durch die Luftröhre bis in den Bauch fließt. Ihr Bauch wölbt sich. Nehmen Sie Ihren Atem bewusst wahr.

Atmen Sie nun durch den Mund aus, lassen Sie Ihre Schultern fallen, und spüren Sie, wie Ihr Bauch automatisch zurückgeht.

Nehmen Sie jeden Atemzug als frische Energie wahr – mit neuem Sauerstoff für Ihren Blutkreislauf. Beim Ausatmen lassen Sie verbrauchte Bestandteile der Luft zusammen mit negativen Gedanken und Energien hinaus. Wiederholen Sie diesen Vorgang etwa 6-mal – so lange, wie es sich für Sie richtig und wohltuend anfühlt.

2. Eine kleine Übung im Sitzen mit wenig Aufwand und großer Wirkung

Wenn Sie sie regelmäßig machen und sich darauf einlassen: Ballen Sie Ihre Fäuste möglichst fest zusammen, und spannen Sie Ihren Oberkörper an. Blicken Sie auf Ihre
Fäuste, und stellen Sie sich vor, wie sich darin alle schlechten Gedanken bündeln.

Atmen Sie etwa 2-mal tief ein und aus, und fühlen Sie, wie sich alle negativen Gedanken – auch aus Ihrem Hinterkopf – darin sammeln. Sie werden merken, wie sich noch mehr Spannung aufbaut. Lassen Sie nach höchstens 4 Atemzügen los, öffnen Sie Ihre Fäuste, und stellen Sie sich vor, wie Ihre negativen Gedanken damit entschwinden.

Lassen Sie sie durch das geöffnete Fenster entweichen. Geben Sie dieser Übung eine Chance – die Kraft der Vorstellung ist größer, als Sie meinen.

 

Fazit_ppmFazit: Nehmen Sie die Spannung raus
Besonders in Stresssituationen ermöglicht Ihnen ein Innehalten, die Dinge ruhiger und besonnener anzugehen. Geben Sie den Übungen eine Chance, und lassen Sie sich darauf ein. Die Wirkung zeigt sich dann umgehend.

 

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