verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Kinderkrankenpflege rettet den beantragten Urlaub nicht

Der Fall: Eine Arbeitnehmerin hatte vom 16.11.2009 bis 21.11.2009 Erholungsurlaub. Während dieser Zeit erkrankte ihr Kind und musste von ihr betreut werden. Die entsprechende ärztliche Bescheinigung vom 16.11.2009 legte sie ihrem Arbeitgeber vor. Sie verlangte von ihm, dass ihr der Erholungsurlaub gutgeschrieben wird. Der Arbeitgeber weigerte sich. Also klagte die Mitarbeiterin auf die Feststellung, dass sie noch Anspruch auf 6 Urlaubstage aus dem Urlaubsjahr 2009 hat.

Das Urteil: Die Arbeitnehmerin scheiterte aber. Ihr Urlaubsanspruch war erloschen. Auch wenn sie durch ärztliches Zeugnis darlegen konnte, dass sie während ihres Urlaubs wegen der erforderlichen Pflege ihres Kindes der Arbeit ferngeblieben war, ist § 9 BUrlG nicht entsprechend anzuwenden. Diese Vorschrift besagt, dass einem Arbeitnehmer, der während des Urlaubs erkrankt, der Urlaub nachzugewähren ist. Auch § 45 SGB V gibt keinen Schadensersatzanspruch auf Nachgewährung von Erholungsurlaub (ArbG Berlin, 17.6.2010, 2 Ca 1648/10).

10.11.2010
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Frage: „Eine Mitarbeiterin war in Elternzeit. Im Anschluss daran war sie arbeitsunfähig. Wir haben das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet. Nun aber gibt es Streit um den Resturlaub. Was passiert damit?“    ...

| 13. Dezember 2016

Sie sind arbeitsunfähig erkrankt und geht es Ihnen richtig schlecht? Deshalb müssen Sie auch zum Arzt und Sie lassen sich wegen Ihrer starken Grippe für 1 Woche krankschreiben. Am letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit geht es...

| 19. Oktober 2010

Irrtum: Urlaub wird immer in das nächste Kalenderjahr übertragen Heute und in den nächsten Tagen werde ich Ihnen die in der Praxis am häufigsten vorkommenden Rechtsirrtümer im Arbeitsrecht vorstellen: Damit Sie die Fehler...

| 9. April 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft