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Umzug – dann gibt es Sonderurlaub

Sie ziehen um – als wenn das nicht schon genug Stress mit sich bringt. Und dann kommt noch der Ärger mit dem Chef dazu. Er will Ihnen nämlich keinen Urlaub geben, auch keinen Sonderurlaub und erst recht nicht bezahlt.

 

Das sind Ihre Rechte bei einem Umzug

Der „normale“ Erholungsurlaub ist im Bundesurlaubsgesetz geregelt. Sie haben Anspruch auf Urlaub, auch wenn Sie vielleicht lediglich in Teilzeitkraft oder als Aushilfe arbeiten. Ihr Arbeitgeber hat Ihre Urlaubswünsche zu berücksichtigen. Von Ihren Wünschen darf er nur abweichen, wenn Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten vorrangig sind oder dringende betriebliche Belange vorliegen.

Beantragen Sie also für den Umzug Urlaub, ist Ihr Arbeitgeber zunächst in der Pflicht Ihnen zu sagen, weshalb er diesen nicht gewähren kann.

Tipp: Dass Sie während des Urlaubs umziehen wollen anstatt sich zu erholen, ist kein Grund, Ihren Urlaubswunsch zu verweigern!

Sie können aber auch einen Antrag auf Gewährung von Sonderurlaub stellen.

Schauen Sie bitte zunächst in Ihren Arbeitsvertrag und, wenn möglich, in die auf Ihr Arbeitsverhältnis anzuwendenden Tarifverträge. Häufig finden sich dort Ansprüche auf Sonderurlaub gerade wegen eines Umzugs.

Ist der Umzug sogar betrieblich veranlasst, z. B. weil Sie eine neue Stelle antreten, haben Sie Anspruch auf mindestens 1 Tag bezahlte Freistellung.

Steht in Ihrem Arbeitsvertrag und in den Tarifverträgen nichts und ist der Umzug tatsächlich nicht betrieblich veranlasst, wird es schwierig mit dem Sonderurlaub.

Zwar haben Sie einen Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn sie
•    für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit,
•    durch einen in Ihrer Person liegenden Grund,
•    ohne Ihr Verschulden,
•    an der Arbeitsleistung gehindert sind.

Hier haben Sie die Arbeitsverhinderung jedoch gerade „verschuldet“, nämlich durch den Umzug. Also haben Sie auch keinen Anspruch auf eine Freistellung oder einen Sonderurlaub.

20.05.2009
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