20.04.2009

Urlaubsgeld, Urlaubsentgelt und Urlaubsabgeltung

Kennen Sie die Unterschiede zwischen Urlaubsgeld, Urlaubsentgelt und Urlaubsabgeltung? Nein? Sollten Sie aber. Es ist nämlich Ihr Geld! 
Das Urlaubsentgelt ist die „normale Bezahlung“ des Urlaubs, also letztendlich eine Entgeltfortzahlung.
Das Urlaubsgeld zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber zusätzlich. Zur Zahlung von Urlaubsgeld kann er auf Grund von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Regelungen im Arbeitsvertrag verpflichtet sein. Natürlich kann er auch freiwillig ein Urlaubsgeld zahlen.
Eine Urlaubsabgeltung erhalten Sie, wenn Sie wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses keinen Urlaub mehr nehmen können.

Die Berechnung des gesetzlichen Urlaubsentgelts steht in § 11 BUrlG. Auch hier gilt wieder, dass sich weitergehende Regelungen, insbesondere in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen befinden können.

Das Urlaubsentgelt errechnen Sie nach dem durchschnittlichen Verdienst, den Sie in den letzten 13 Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten haben.

Beispiel:
Sie haben in den letzten 13 Wochen 2.000 Euro verdient und 40 Tage gearbeitet. Demnach bekommen Sie 50 € pro Urlaubstag (2.000 € : 40 Tage).

Dabei ist es unerheblich, wie viele Stunden Sie pro Tag gearbeitet haben.

Das berücksichtigen Sie bei der Berechnung des durchschnittlichen Verdienstes:

Dazu gehören: Vergütungen für Bereitschaftszeiten, leistungsabhängige Provisionen, tatsächlich erzielte Akkordlöhne und Prämien

Nicht dazu gehören: Vergütungen und Zuschläge von Überstunden und Mehrarbeitszeiten, Weihnachts- und Urlaubsgeld, leistungsunabhängige Gewinn- und Umsatzbeteiligungen sowie Gratifikationen.

Sie sollten aber auch neben dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen in die Zukunft schauen: Würden während Ihrer Urlaubszeit Überstunden und Mehrarbeit anfallen, berücksichtigen Sie diese bei der Bemessung Ihres Entgelts (BAG, Urteil vom 9. November 2000 – 9 AZR 771/98).

Das Urlaubsentgelt erhalten Sie dann vor Urlaubsbeginn.
Machen Sie Ihren Chef darauf aufmerksam. Schließlich brauchen Sie gerade im Urlaub mehr Geld als sonst.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Diese Hinweise haben im Zeugnis nichts zu suchen

Wenn Sie als Arbeitnehmer ein Zeugnis bekommen, sollten Sie dieses genau lesen. Denn Ihr Zeugnis muss einerseits den Tatschen entsprechen und andererseits vom „verständigen Wohlwollen“ des Arbeitgebers geprägt sein. Es soll... Mehr lesen

23.10.2017
Geringfügige Beschäftigung

Geringfügig Beschäftigte sind die so genannten Mini-Jobber oder 400-€-Kräfte. Diese  Beschäftigungsverhältnisse sind steuer- und sozialversicherungsbegünstigt, wenn der Arbeitnehmer maximal 4.800 € im Jahr verdient... Mehr lesen

23.10.2017
Auslandsbeschäftigung und Tod der Oma – Rückkehrrecht?

Heute gibt es wieder einmal ein spannendes Problem. Ein Arbeitnehmer befindet sich in Asien. Er ist dort für seinen deutschen Arbeitgeber tätig. Der Auslandsaufenthalt dauert noch länger an. Jetzt hat er erfahren, dass gestern... Mehr lesen