verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Kennen Sie im Arbeitszeugnis die wichtigsten Beurteilungen?

09.04.2009

Kaum eine Sprache ist so unverständlich wie die Zeugnissprache. Gerade kleinere Unternehmen machen häufig bei der Zeugniserteilung Fehler, weil sie die richtigen Beurteilungen nicht kennen.

Deshalb habe ich für Sie hier die wichtigsten Beurteilungen zusammengefasst. 
Denken Sie dabei immer an die 3 Grundsätze des Arbeitszeugnis:
1.    Wahrheit
2.    Vollständigkeit
3.    wohlwollende Beurteilung

Ein Arbeitszeugnis soll schließlich Ihrem beruflichen Fortkommen dienen!
Wollen sie ein besonderes Zeugnis erhalten, hat Ihr Arbeitgeber neben der Leistungs- und Führungsbeurteilung noch die Möglichkeit weitere Formulierungen aufnehmen.

Da es sich hierbei für Sie stets um zusätzliche, häufig nicht geforderte Beurteilungen handelt, dürfen Sie in der Regel keine schlechten Bewertungen erhalten.

Die Leistungsbeurteilung
Note 3 „befriedigend“:
„Er erfüllte seine Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit.“

Die Führungsbeurteilung
Note 3 „befriedigend“:
„Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war immer korrekt.“
Nicht nur die Leistung, sondern auch das Verhalten hat Ihr Arbeitgeber zu beurteilen. Aber auch das ist im Zweifel mit einem Satz gesagt. Bei der Führungsbeurteilung geht es um Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, der Geschäftsleitung, Kunden und Kollegen.

Die Fachbeurteilung
Note 3 „befriedigend“:
„Er war für diese Position geeignet.“
Die Beurteilung setzt sich aus Ausbildung, Erfahrung und einer Grundbegabung zusammen. Es handelt sich also um Fähigkeiten, die Sie bei Ihrer Einstellung mitgebracht haben.

Die Entwicklungsbeurteilung
Note 3 „befriedigend“:
„Er entwickelte sein Fachwissen fort.“
Der Fachbeurteilung lassen Sie nun eine Beurteilung über die Entwicklung folgen.

Die Leistungsbereitschaft
Note 3 „befriedigend“:
„Er zeigte Einsatzbereitschaft und Initiative.“
Die Beurteilung der Leistungsbereitschaft ist etwas anderes als die bereits oben besprochene unverzichtbare Leistungsbeurteilung. Die Leistungsbereitschaft bezieht sich auf zeitliche Notsituationen. Letztendlich geht es also um die Übernahme von Tätigkeiten, zu denen Sie vertraglich nicht verpflichtet gewesen wäre, die Sie dennoch erledigt haben.

Die Belastbarkeit
Note 3 „befriedigend“:
„Wir schätzten die stetige Mitarbeit, mit der wir zufrieden waren.“
Falls Sie besonders belastbar sind, können Sie das auch im Zeugnis vermerken lassen.

Die Auffassungsgabe
Note 3 „befriedigend“:
„Er kann auftretende Probleme zutreffend lösen.“
Auch Ihre die Auffassungsgabe und Problemlösungsfähigkeit können Sie bewerten lassen.

Die Übernahme von Verantwortungen
Note 3 „befriedigend“:
„Er übernahm Verantwortung.“
Falls Sie eine Führungskraft sein sollten, lassen Sie zusätzlich noch die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung im Zeugnis aufnehmen.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Immer wieder landen Streitigkeiten um den Inhalt eines Arbeitszeugnisses vor den Arbeitsgerichten. In aller Regel verfolgen dabei Arbeitnehmer ihren Wunsch, bestimmte Aussagen im Zeugnis zu finden oder nicht zu finden. Probieren...

| 12. August 2009

Frage: In unserem Unternehmen gibt es firmeninterne Beurteilungen. Ich mache meinen Job vernünftig und mache ständig Überstunden. Nun hat mir unser neuer Geschäftsführer, der mich gar nicht kennt, eine schlechte Beurteilung...

| 8. Februar 2010

Unternehmen werden häufig verkauft, firmieren um und der ursprüngliche Arbeitgeber ist nach einigen Jahren nicht mehr der, bei dem Sie ursprünglich begonnen haben. Ein Bespiel: Sie haben im Jahr 1990 bei der X-GmbH begonnen....

| 10. September 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft