31.01.2010

Zeugnis – Wehren Sie sich gegen unverschämte Formulierungen

Seit dieser Woche ist ein Urteil des Arbeitsgerichts Herford vom 01.04.2009, Az.: 2 Ca 1502/08, rechtskräftig. Eine Arbeitnehmerin hat sich erfolgreich gegen eine Zeugnisformulierung gewährt.

Das war geschehen: Eine Arbeitnehmerin war von Juli bis Dezember 2008 bei einem Arbeitgeber beschäftigt. Im Anschluss an die Beschäftigung erhielt sie ein Zeugnis mit folgender Bemerkung: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber von Frau … hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der von ihr für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“

Die Arbeitnehmerin wollte sich das nicht gefallen lassen. 
Sie beantragte vor dem Arbeitsgericht Herford den Arbeitgeber zu verurteilen, das ihr erteilte Zeugnis durch Streichung dieses Satzes zu ändern. Der Arbeitgeber hingegen meinte, er habe das Zeugnis korrekt erstellt.

Anders das Arbeitsgericht: Es gab der Klägerin Recht. Ein Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die versteckte Botschaften enthalten. Ein objektiver und besonnener Leser kann die Formulierung nur als eine verdeckte Aussage verstehen, dass die im Zeugnis enthaltene Leistungsbeurteilung nicht den wirklichen Leistungen entsprechen soll. Außerdem verwies das Gericht darauf, dass die strittige Formulierung sehr ungewöhnlich und überraschend sei.

Fazit: Viele Zeugnisformulierungen werden von den Arbeitsgerichten kassiert. Wehren Sie sich!

Hinweis: Ich empfehle Ihnen zu diesem Thema folgendes e-Book:

Die neue Geheimsprache im Arbeitszeugnis:
So finden Sie heraus, was zwischen den Zeilen steht!

Nicht alles, was glänzt, ist Gold! Was auf den ersten Blick als ausgezeichnete Visitenkarte Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn erscheint, stellt sich beim genaueren Hinschauen nicht selten als Falle dar. Fast täglich sprechen Arbeitsgerichte neue Urteile über die Bedeutung der immer häufiger in Arbeitszeugnissen verwendeten Geheimsprache.

Lassen Sie sich nicht blenden! Lernen auch Sie die geheime Zeugnissprache und legen Sie damit den Grundstein für Ihre weitere Karriere.

Das 56-seitige eBook zeigt Ihnen, wie und was Sie zwischen den Zeilen Ihres Zeugnisses lesen und wie Sie Ihr Recht auf ein wohlwollendes und leistungsgerechtes Arbeitszeugnis rechtssicher durchsetzen.

Weitere Beiträge zu diesem Thema

 

23.10.2017
Welche Ausnahmen gelten für die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen?

Im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sind die grundsätzlichen Bestimmungen zur Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen geregelt. Natürlich gibt es etliche Berufe und Branchen, für die diese... Mehr lesen

23.10.2017
173 E-Mails täglich – Kündigung erlaubt

Hat Ihr Arbeitgeber die private Nutzung des Internets am Arbeitsplatz erlaubt? Oder hat er die Frage einfach nicht geregelt und akzeptiert, dass Sie gelegentlich surfen und E-Mails schreiben? Dann sollten Sie es trotzdem nicht... Mehr lesen