verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Kurzarbeit – Zustimmung nur, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen

Die Bundesregierung hat die Regelungen zur Kurzarbeit, die im Krisenjahr 2009 galten, für das Jahr 2010 verlängert (siehe Mag Februar 2010, S. 8). Das kann dazu führen, dass auch Ihr Arbeitgeber geneigt ist, in 2010 wieder oder erstmals auf Kurzarbeit zu setzen, um die Lohnkosten zu senken.
Doch als Betriebsrat haben Sie beim Thema „Kurzarbeit“ ein Mitbestimmungsrecht

Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Zustimmung erst dann erteilen, wenn alle Fakten auf dem Tisch sind.

Mit diesem Muster-Brief verleihen Sie Nachdruck

Einführung von Kurzarbeit

Sehr geehrte Frau/sehr geehrter Herr __________,

vor einigen Wochen kamen Sie auf uns zu mit dem Anliegen, in einigen Abteilungen Kurzarbeit einzuführen. Wir haben uns deshalb in unserer letzten Sitzung am … eingehend mit dem Thema beschäftigt. Allerdings haben Sie uns bisher lediglich den Antrag zur Genehmigung der Kurzarbeit beim Arbeitsamt ausgehändigt.

Sämtliche anderen Unterlagen, die Ihre Argumentation unterstützen, insbesondere Nachweise zu den Auftragsund Umsatzrückgängen, haben wir bisher nicht einsehen können.

Unsere Aufgabe ist es, die Nachteile für die Belegschaft so gering wie möglich zu halten. Wir müssen daher zunächst darüber aufgeklärt werden,

  • in welchen Abteilungen genau Sie die Kurzarbeit planen,
  • wie die Auslastung dort im Einzelnen ist,
  • welche Überstunden geleistet wurden,
  • welche Urlaubsansprüche noch bestehen.

Zudem benötigen wir sämtliche Subunternehmerverträge, um einen genauen Zeitplan erstellen zu können. Aus diesem sollte vor allem die geplante Dauer der Kurzarbeit hervorgehen. Wir bitten Sie, uns die Unterlagen im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zeitnah zukommen zu lassen. Wie Sie wissen, ist die Angelegenheit mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG). Wir stellen aber bereits jetzt klar, dass wir uns der Maßnahme nicht widersetzen werden, wenn sie nachweislich notwendig ist. Wir werden dann umgehend eine entsprechende Betriebsvereinbarung mit Ihnen abschließen.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift Betriebsratsvorsitzende(r)

28.06.2011
Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Bei der Mitarbeiterüberwachung haben Sie ein Mitbestimmungsrecht. Dieses Mitbestimmungsrecht nehmen Sie am besten wahr, indem Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Betriebsvereinbarung zum Thema Mitarbeiterkontrolle schließen. Um Ihnen...

| 27. Januar 2017

Betriebsvereinbarungen haben den Vorteil, dass sie für alle Arbeitnehmer des Betriebs einheitlich gelten und Sie nicht mit jedem Arbeitnehmer eine Änderung des Arbeitsvertrages vereinbaren müssen. Was aber, wenn eine...

| 11. Juli 2017

Sie haben grundsätzlich das Recht, sich bei Ihrem Arbeitgeber zu beschweren. Das gilt insbesondere, wenn Sie sich von ihm oder anderen Kollegen benachteiligt oder ungerecht behandelt fühlen. So steht es auch in § 84...

| 1. Februar 2011
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft