30.10.2017

Keine dienstlichen Telefonate mehr in der Freizeit!

Sieht man sich die folgende repräsentative Befragung zur Nutzung von Smartphones, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung im Auftrag von Bitkom an, dann wundert es einen überhaupt nicht mehr, dass immer mehr Beschäftigte an einem Burnout erkranken. Es nahmen an der Befragung 1.016 Bundesbürger ab 14 Jahre teil, darunter 575 Berufstätige.

48 % der Berufstätigen, die ein Smartphone besitzen, benutzen es während privater Treffen mit Familie oder Freunden für berufliche Angelegenheiten. 28 % arbeiten dabei ab und zu dienstliche Aufgaben ab, 20 % tun das sogar regelmäßig.

Von den Berufstätigen bis 29 Jahre schreibt nur rund jeder Dritte in privater Runde eine E-Mail oder Message an Vorgesetzte oder Kollegen, während es bei den 30- bis 49- Jährigen 47 % sind. An der Spitze liegen die über 50-jährigen Arbeitnehmer mit 61 %.

Berufliche Nutzung unhöflich

Auch wenn es weit verbreitet ist, das Smartphone in der Freizeit mal kurz für den Job zu nutzen, fühlen sich die meisten Menschen davon gestört. Immerhin 67 % halten die berufliche Nutzung im Zusammensein mit Familie und Freunden für unhöflich, nur 28 % finden, das sei heute normal.

Privates auf der Arbeit

Sogar 41 % der berufstätigen Smartphone-Besitzer erledigen während dienstlicher Meetings persönliche Angelegenheiten. 67 % von ihnen lesen private E-Mails, WhatsApp- Nachrichten oder SMS und 29 % nutzen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Andere spielen, lesen aktuelle Nachrichten oder informieren sich über Sportergebnisse. Und 6 % kaufen mit ihrem Smartphone während einer Besprechung auf Online-Shopping-Portalen ein.

Handy und Urlaub

In einer weiteren repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat, gaben 72 % der Beschäftigen an, dienstliche Anrufe, E-Mails oder Kurznachrichten wie SMS, WhatsApp-Nachrichten oder iMessages im Urlaub zu beantworten. Anrufe nehmen 66 % entgegen. Nur 28 % der Arbeitnehmer schalten im Urlaub komplett ab. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Altersgruppen. So sind Frauen (32 %) häufiger nicht erreichbar als Männer (24 %). Unter den Jüngeren bis 29 Jahre ist rund jeder Zweite (45 %) dienstlich während der Ferien nicht erreichbar. Bei den Älteren sind es dagegen nur 24 %.

Und: Für 22 % der Berufstätigen stellt sich die Frage nach der Erreichbarkeit überhaupt nicht, weil sie im Sommer keinen Urlaub haben.

Fazit

Schreiten Sie als Betriebsrat hier ein und vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber, dass dienstliche Telefonate in der Freizeit ab sofort tabu sein müssen. Freizeit soll der Erholung dienen und nicht dem Job.

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