verständlich, unabhängig, rechtssicher

Arbeitnehmerrechte und betriebliche Interessen rechtssicher vertreten und durchsetzen.


Arbeitsverweigerung aus religiösen Gründen: Kündigung?

23.07.2015

Der Fall: Ein gläubiger Moslem, der in einem Warenhaus als „Ladenhilfe“ beschäftigt war, sollte eines Tages in der dortigen Getränkeabteilung arbeiten. Doch das wollte er nicht: Als Moslem sei ihm jeglicher Umgang mit Alkohol verboten. Nachdem mehrmalige Arbeitsaufforderungen des Arbeitgebers erfolglos blieben, kündigte dieser fristlos, hilfsweise fristgerecht. Der Arbeitnehmer klagte nun. Zur Begründung für seine Haltung berief er sich auf seine Religionsfreiheit.

Die Entscheidung: Das BAG verwies den Fall zurück an das LAG (BAG, 24.2.2011, 2 AZR 636/09). Grundsätzlich kann die beharrliche Arbeitsverweigerung eines Arbeitnehmers ein legitimer Kündigungsgrund sein. Beruft sich ein Arbeitnehmer hier auf seine Religionsfreiheit, muss er dem Arbeitgeber mitteilen, worin genau die religiösen Vorbehalte bestehen und an welchen Tätigkeiten er sich gehindert sieht. Kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine „religionsfreundliche“ Tätigkeit zuweisen, muss er das tun.

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Wenn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weder Sparmaßnahmen noch eine Arbeitszeitverringerung den gewünschten Erfolg bringen, dann nehmen die Unternehmen größere Veränderungen vor. Einige schließen sich mit anderen...

| 20. Juli 2011

Endlich hat es auch das Bundesarbeitsgericht (BAG) eingesehen: Ein Betriebsrat kann vom Arbeitgeber die Bereitstellung eines Internetanschlusses verlangen.  

| 23. Januar 2010

Das war geschehen: Eine Transsexuelle hatte eine geschlechtsangleichende Operation zur Frau vornehmen lassen. Sie beantragte die Feststellung der Schwerbehinderung. Das zuständige Amt für Versorgung und Rehabilitation stellte...

| 22. August 2010
© 2017, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft