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Gesundheitsschutz: Arbeitsunfähigkeit vorbeugen

23.12.2016

Niemand ist gerne krank, schon gar nicht dauerhaft. Sie als Betriebsrat sollten überlegen, ob Sie mit ihrem Arbeitgeber deshalb jetzt ein betriebliches Gesundheitsmanagement vereinbaren. Sie haben hier sogar ein initiativrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) und ein Mitspracherecht nach § 89 BetrVG.

 

 

So überzeugen Sie den Arbeitgeber

Bei der Einrichtung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements geht es darum, herauszufinden, welche Krankheiten in einem Betrieb besonders häufig auftreten und welche entsprechenden Gegenmaßnahmen zu treffen sind. Der Arbeitgeber profitiert, denn gesunde Mitarbeiter arbeiten qualitativ hochwertiger. Ferner muss für gesunde Mitarbeiter keine Entgeltfortzahlung geleistet werden. Möchten Sie ein betriebliches Gesundheitsmanagement einführen, gehen Sie wie folgt vor:

1. Schritt: Art der Erkrankungen ermitteln
Notieren Sie – soweit Sie es können –, welche Erkrankungen Ihre Kollegen hatten, die im vergangenen Jahr krank waren. Berücksichtigen Sie dabei auch psychische Krankheiten wie das Burnout-Syndrom oder etwa Erkrankungen, die durch Mobbing hervorgerufen wurden.

2. Schritt: Ermitteln Sie die Arbeitsbedingungen in ihrem Betrieb
Finden Sie heraus, ob Ihre Kollegen das Gefühl haben, ständig unter großem Zeitdruck zu arbeiten. Prüfen Sie, ob schlecht ausgestattete Arbeitsplätze, sei es im Büro oder in der Produktion, Arbeitsunfälle oder typische Bürokrankheiten wie etwa Rückenbeschwerden hervorgerufen haben. Gleichen Sie den Istzustand mit dem gewünschten Sollzustand ab.

3. Schritt: Maßnahmen festlegen
Legen Sie im Anschluss gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber Maßnahmen fest, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Achten Sie in der Folgezeit darauf, dass die von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber festgelegten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden. Einigen Sie sich mit ihm am besten auf einen konkreten Zeitplan.

4. Schritt: Machen Sie eine Umfrage unter den Kollegen
Hierfür können Sie den folgenden Fragebogen nutzen:

Bitte helfen Sie uns, herauszufinden, welches die Hauptursachen von Arbeitsunfähigkeit im Betrieb sind. Vergeben Sie bitte die Schulnoten 1 bis 6.

  • Kriterien
  • zu geringes Gehalt
  • Art der ausgeübten Tätigkeit
  • Bedingungen am Arbeitsplatz (Lärm, Staub)
  • Führungsverhalten
  • Witterung (Heuschnupfenzeit etc.)
  • Wertschätzung der eigenen Arbeit
  • Vorerkrankung
  • Arbeitszeit
  • Arbeitsbelastung
  • Arbeitssicherheit
  • Betriebsklima
  • fehlende eigene Kompetenz
  • Lebensalter
  • Entwicklungsmangel

Anhand der Auswertung der Fragebogen wissen Sie und Ihr Arbeitgeber dann, wo die Hebel anzusetzen sind.

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